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Kampanien

Südlich des Appenin
Kampanien liegt an der italienischen Westküste. Es wird nordwestlich von Latium begrenzt, östlich von Apulien und südöstlich von der Basilicata. Hauptstadt ist Neapel. Kampanien erstreckt sich über 13.600 Quadratkilometer und besteht aus den Provinzen Avellino, Benevento, Caserta, Neapel und Salerno. Die rund sechs Millionen Einwohner leben größtenteils im Ballungsgebiet von Neapel.
Wirtschaftlich bedeutend sind der Weinbau und der Tourismus, besonders in Neapel, an der Amalfiküste, auf Ischia und Capri. Um den Vesuv findet sich fruchtbare Vulkanerde.
Im Altertum bezeichnete man mit Kampanien nur die Ebene, die sich vom Neapolitanischen Apennin südwärts bis zur gebirgigen Halbinsel von Sorrent erstreckte.

Neapel
Neapel (von griechisch: nea polis = neue Stadt; italienisch: Napoli) ist nach Rom und Mailand die drittgrößte Stadt Italiens und die größte Stadt in Süditalien. Die Stadt selbst hat etwa eine Million Einwohner, der Ballungsraum rund 4,4 Millionen. Sie liegt zwischen dem Vesuv und den Phlegräischen Feldern (vulkanisch aktive Gebiete) am Golf von Neapel.
Neapel wurde vermutlich durch Einwohner der griechischen Kolonie Cumae etwa im achten Jahrhundert v. Chr. gegründet, einige Kilometer von der antiken Stadt Partenope entfernt. Auffallend ist, dass die Stadt kein eindeutiges Stadtzentrum im üblichen Sinne besitzt.
Neapel hat zahlreiche Katakomben vorzuweisen: Die berühmteste ist die des heiligen Januarius (San Gennaro), der 305 von Kaiser Diokletian hingerichtet wurde. Sein Blut wird in Reliquien-Ampullen im Dom von Neapel aufbewahrt. Dem "Blutwunder" (das getrocknete Blut scheint sich zu verflüssigen) kann man am ersten Maiwochenende und am 19. September beiwohnen.
In der Festung Castel dell'Ovo wurde der letzte römische Kaiser, Romulus Augustulus, eingekerkert, nachdem er 476 abgesetzt worden war. Im sechsten Jahrhundert wurde Neapel von den Byzantinern besetzt, denn Kaiser Justinian versuchte, das Römische Reich wieder in alter Größe zu errichten. Im Jahr 1039 fiel Neapel in die Hand der Normannen und wurde Bestandteil des Königreichs von Sizilien.
Neapels Universität ist eine Gründung des Hohenstaufers Friedrich II. aus dem Jahre 1224. 22 Jahre später übergab der Papst die Stadt Neapel und das Königreich Sizilien an Karl I. von Anjou, der die Hauptstadt von Palermo nach Neapel verlegte.
Im 17. Jahrhundert war Neapel mit rund 300.000 Bewohnern nach Paris die zweitgrößte Stadt Europas. Im Oktober 1860 wurde nach Volksentscheid das Ende des Königreichs Sizilien ausgerufen und die Gründung des Staates Italien beschlossen.
Neapel gilt als Geburtsort der Pizza. Die älteste Pizzeria existiert seit 1830 und heißt Antica Pizzeria Port'Alba. Berühmt ist die Stadt auch für ihre kostbaren Neapolitanischen Weihnachtskrippen, die seit Jahrhunderten in der Via San Grogorio Armeno hergestellt werden. Gebürtige Neapolitaner waren der Jahrhunderttenor Enrico Caruso, der Philosoph Giambattista Vico und der Komponist Carlo Gesualdo (der auch ein dreifacher Mörder gewesen sein soll).

Amalfi
liegt am Fluss Canneto, eingezwängt zwischen dem Berg Aureo im Westen und dem Berg Tabor im Osten. Das Naturschutzgebiet im Tal ist bekannt für seine besondere Pflanzen- und Tierwelt.
Rundum begrünt und umgeben von Terrassen mit Zitronen- und Ölbäumen verbindet die alte Fußgängerstraße "Maestra dei Villaggi" das Zentrum mit den fünf Stadtteilen. Sehenswert im Zentrum ist besonders der 937 erbaute Dom.

Die Inseln im Golf von Neapel
Ischia, Procida und Vivara liegen im Norden und schauen auf die Phlegräische Küste – weshalb man sie Phlegräische Inseln nennt –, während Capri im Süden liegt, gegenüber der sorrentinischen Halbinsel.
Ischia ist die größte Insel mit einer Oberfläche von 47 Quadratkilometern; Capri folgt mit wenig mehr zehn qkm, und mit drei qkm begnügt sich Procida, die mit dem Inselchen Vivara verbunden ist, einem herrlichen Naturschutzpark.
Ischia ist mit seinen Thermalquellen einer der berühmtesten Seekurorte der ganzen Welt. Doch er lockt Besucher auch an wegen seiner Sehenswürdigkeiten, dem bekömmlichen Klima während des ganzen Jahres und seiner modernen touristischen Anlagen. Die abwechslungsreiche, malerische Landschaft lässt sich von der Soccorso-Terrasse in Forio vielleicht am besten bewundern; von hier zeigt sich auch der Berg "Epomeo" in seiner ganzen Schönheit.

Capri
Der Name Capri kommt vom lateinischen "capraeae" (Ziegen) und nicht vom griechischen "kapros" (Wildschwein), auch wenn zahlreiche fossile Reste von Wildschweinen auf der Insel gefunden worden sind. Berühmt ist die kleine Insel für ihre außergewöhnlichen Naturschönheiten, ihre tausendjährige Geschichte, das milde Klima und die lichte Landschaft. Im Gegensatz zu den anderen Inseln des Golfes von Neapel ist Capri nicht vulkanischen Ursprungs; die Insel ist geologisch gesehen ein Ausläufer des Bergmassivs von Sorrent und besteht vorwiegend aus Kalkablagerungen und Tuffstein. Die Pflanzenwelt, eine der vielfältigsten ganz Italiens, verleiht der Insel auch in der kalten Jahreszeit einen heiteren Anblick. Beachtlich ist der Tierreichtum von Land und Meer; die seltene blaue Eidechse ist auf den Faraglioni-Klippen beheimatet.
Die Durchschnittstemperatur beträgt im Winter 13,1° C, im Frühjahr 16,5 ° C, im Sommer 22,7 ° C und im Herbst 13,9 ° C. Kaiser Augustus, der Capri im Jahre 29 v. Chr. besuchte, ließ als erster eine Villa auf Capri errichten. Sein Nachfolger Tiberius lebte dort von 27 bis 37 n. Chr. Bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. war Capri Sommerfrische und Wohnort römischer Adliger.
Dank eines aktiven Bistums und jenen Privilegien, die ihr zunächst von den Spaniern und dann von den Bourbonen zugestanden worden waren, erlebte die Insel im 17. und 18. Jahrhundert eine erneute Blütezeit, die Hand in Hand ging mit dem politischen und künstlerischen Wiederaufblühen Neapels. Davon zeugt die herrliche Architektur der Kirchen und Klöster, die man in beiden Städtchen der Insel, Capri und Anacapri, bewundern kann. Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der Wiederentdeckung der Blauen Grotte strömten italienische und ausländische Besucher auf die Insel, angelockt vom Klima, der Gastfreundschaft, den Farben und der anziehenden Atmosphäre. Künstler und Intellektuelle, Reiche und Exzentriker wählten sie als Heimat oder als Zweitwohnsitz und bildeten so die kosmopolitische Atmosphäre, die Capri in der ganzen Welt berühmt gemacht hat.

Sorrent
Auch Sorrent bietet eine ebenso malerische wie einzigartige Landschaft aus Hügeln und engen Tälern, auf die zahlreiche Terrassen mit Orangen-, Oliven- und vor allem Zitronenbäumen herabsehen; aber auch Wein wird hier angebaut. Von diesen Terrassen gehen im Frühling berauschende Düfte aus.
Beliebt ist Sorrent als Ausgangspunkt zu vielen Sehenswürdigkeiten Kampaniens. Die Spitze der Halbinsel von Sorrent liegt nur etwa fünf Kilometer von Capri entfernt. Auch Ischia und Procida, deren Silhouette man an klaren Tagen sehen kann, sind per Schnellboot im Nu zu erreichen. Mit der Bahn kann man in Pompeji und Herkulaneum in etwa einer halben Stunde und in Neapel in etwa einer Stunde sein.

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