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Languedoc-Roussillion
Landschaftskontraste
Von schluchtenreichen Gebirgslandschaften bis zu den Stränden des Mittelmeeres bietet Südfrankreich Landschaftskontraste, die ihresgleichen suchen. Und zahllose Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel die Panoramastraße Corniche des Cévennes. Warum kommt man auf dieser 53 km-Strecke, bei Radlern und Motorradfahrern gleich beliebt, kaum voran? Weil man nicht anders kann, als dauernd anhalten und schauen, etwa am Col Saint Pierre, am Col d`Exil oder in dem Dörfchen Le Pompidou.
Grotte des Demoiselles
Im Tal des oberen Hérault zwischen dem Mittelmeer, der Garrigue und dem Südabfall der Cévennen liegt die Grotte des Demoiselles, die man am treffendsten mit "Feengrotte" übersetzen müsste. Die Höhle wurde bereits 1770 entdeckt, jedoch erst hundert Jahre später erforscht. Dabei wurde sie als nach außen offener Schacht der Thaurac-Ebene erkannt. Das Prunkstück der Höhle ist ein Saal, der knapp in das neue Münchner Fußballstadion hineinpassen dürfte. Diese Ausmaße, die säulenartigen Tropfsteine und eine unwirkliche Stille verschlagen dem Besucher den Atem. Einer der Stalagmiten erinnert an eine Madonna mit Jesuskind, und an der Nordwand scheint ein Orgelgehäuse zu prangen.
Ein Bambuspark in den Cévennen
Unweit im Nordosten der Höhle bietet die Bambuseraie Prafrance, was man in den Cévennen eigentlich nicht vermutet: exotische Gewächse. Gründer Eugéne Mazel brachte Mitte des 19. Jahrhunderts aus dem Fernen Osten nebenbei Bambussetzlinge mit. Heute wachsen über hundert verschiedene Bambusarten in seinem Park und säumen zusammen mit kalifornischen Mammutbäumen die Parkallee. Im Wassergarten gedeihen japanische Karpfen, Lotos und ägyptischer Papyrus. Die Anlage ist so malerisch, dass sie für die Filme "Lohn der Angst" mit Yves Montand und "Die Helden sind müde" mit Curd Jürgens und Gert Fröbe als Kulisse diente. Die Pandas des Berliner Zoos bekommen ihre Bambusblätter von hier.
Antiker Wasserlauf
Der Pont du Gard im Département Gard nahe Remoulins gehört seit zwanzig Jahren zum UNESCO-Welterbe und ist der höchste Aquädukt aus der Römerzeit: 49 m hoch, die oberste der drei Ebenen 275 m lang. Er war Teil eines rund 50 km langen Aquädukts, der täglich 20.000 Kubikmeter Wasser von den Quellen nahe Uzés zur römischen Stadt Nemausus (Nîmes) brachte. Der Pont überbrückt das Tal des Flüsschens Gard (heute "Gardon"). Zwischen dem 4. und 9. Jahrhundert setzte sich der Wasserkanal mangels Wartung nach und nach mit Ablagerungen zu (die beiden Ebenen darunter dienten dem Verkehr). Immerhin war die Wasserführung so lange noch zu gebrauchen. Als Verkehrsbrücke diente der Pont bis ins 18. Jahrhundert. 1702 wurden die Pfeiler der zweiten Ebene restauriert, die man in den Jahrhunderten davor zur Verkehrserleichterung verjüngt hatte. Heute ist der Pont für den Autoverkehr gesperrt; ein Besucherzentrum und Parkplätze wurden eingerichtet. Bis vor wenigen Jahren konnte man den Aquädukt noch zu Fuß im 120 cm breiten und 180 cm hohen Wasserkanal überqueren.
Fast uneinnehmbar: Carcassonne
Zum UNESCO-Welterbe gehört seit 1997 auch Carcassonne, über Frankophile hinaus bekannt geworden durch ein erfolgreiches Gesellschaftsspiel. Es liegt 70 km nordwestlich von Perpignan und ist die Hauptstadt der Präfektur Aude. Von den Römern kurz vor der Zeitenwende als Siedlung und Kastell Carcaso gegründet und im 19. Jahrhundert restauriert (zumindest die Altstadt), zählt Carcassonne zu den besterhaltenen Festungen Europas. Die Burgstadt über dem Aude-Tal kontrollierte einst die Handelswege zwischen Atlantik und Mittelmeer. Nach den ersten Einfällen der Völkerwanderung errichteten die Römer im 3. Jh. n. Chr. eine Mauer mit Türmen, die noch heute einen Großteil des inneren Mauerrings bildet. Der Ring besaß vier Tore und 30 Türme gallisch-römischen Typs: außen rund, innen eckig. Doch auch er konnte die Besetzung durch die Westgoten im Jahre 412 nicht verhindern, allerdings widerstand er knapp hundert Jahre später dem sonst so erfolgreichen Frankenkönig Chlodwig. Erst die Araber eroberten 725 die Stadt, und wieder zeigte sich, dass eine vortreffliche Anlage wie Carcassonne – erst moderne Artillerie ließ ihr Bauprinzip veralten – auch unter widrigen Umständen gehalten werden konnte, nämlich trotz der Niederlage in der Schlacht von Poitiers 732. Erst 750 eroberte Pippin der Kleine zusammen mit westgotischen Stämmen die Festung, und das Gebiet wurde fränkisches Lehen.
Urlaub und Bewegung
Wenn es Ihnen gelingt, sich Ihrem allgegenwärtigen Begleiter, dem Staunen, zu entziehen, dann können Sie in Südfrankreich auch Sportliches unternehmen. Der Lac du Salagou bei Clermont L'Hérault etwa wird von Windsurfern geschätzt, denn der kalte und trockene "Tramontan" sorgt nicht selten für Schaumkronen auf den Wellen, legt sich aber im Sommer, und dann ist der Lac du Salagou mit seinem glasklaren Wasser auch für Kinder zum Schwimmen geeignet. Der 750 ha große Stausee wurde zur Bewässerung der umliegenden Weinberge angelegt, hat aber bei seiner Entstehung auch einige verschluckt, die heute von Anglern gefürchtete Fallen sind. Die zahlreichen Campingplätze am Ufer sind sommers meist ausgebucht, ein ruhiges Plätzchen findet sich trotzdem, denn man kann fast am gesamten Seeufer baden. Reiter und Bergradler kommen hier auch auf ihre Kosten, und auf dem Hérault wird Kanu gefahren – im Languedoc vielleicht die beste Art, Bewegung und Aussicht gleichermaßen zu genießen.
Ruhe in Abgeschiedenheit finden Sie in St. Clément, einem verträumten Winzerdorf nordöstlich von Montpellier: Kirche, Rathaus, Bouleplatz, ringsherum Weinfelder und der »Bois de Paris«. Das hiernach benannte Mas steht mitten im Ort, und wenn Sie mit Familien oder größeren Gruppen verreisen möchten, sind Sie hier richtig:
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