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Paphos
Aphrodites Stadt
Paphos an der Südwestküste Zyperns ist die Stadt der Aphrodite. Laut griechischen Göttersagen ist sie die Göttin der Schönheit und der Liebe und hier dem Meer oder, je nach Legende, einer Muschel entstiegen. In der Jungsteinzeit, als der Mensch sesshaft zu werden begann, sollen bei Paphos die ersten Siedlungen entstanden sein. Zu Zeiten der griechischen Hochkultur wurde Paphos das Zentrum der Aphrodite-Verehrung, die vermutlich mit der vorangegangenen Verehrung der orientalischen Göttin Astarte verschmolz. In Kultstätten wurden Aphrodisia, Feste zur Verehrung der Aphrodite, gefeiert, zu denen regelmäßig Pilger strömten. Das blieb über Jahrhunderte so, bis sich in der Spätantike allmählich das Christentum durchsetzte. Der Felsen der Aphrodite liegt auf halbem Weg von Paphos nach Limassol und ist ein beliebter Haltepunkt für Touristenbusse.
Dorado für Kulturtouristen
Neben seinen Stränden und noch nicht überlaufenen Buchten, die per Bus gut zu erreichen sind, üben die historischen Denkmäler die Hauptanziehung auf Besucher aus. Der erste Blick gilt dem Hafen mit der auffälligen Festung, errichtet in byzantinischer Zeit und von Mitgliedern des Hauses Lusignan, Kreuzfahrern aus Frankreich, im 12. Jahrhundert erneuert. Die Venetier zerstörten es 1570, weil sie es nicht gegen die Ottomanen verteidigen konnten, doch die bauten es nach der Eroberung Zyperns wieder auf. Heute ist es fast ein Wahrzeichen von Paphos.
Das Haus Lusignan errichtete während seiner 50-jährigen Zypernherrschaft im 12. Jahrhundert auch die Festung Saranta Kolones in der Nähe des Hafens. Sie fiel dem Erdbeben von 1222 zum Opfer.
Die Menge der bedeutenden historischen Fundstücke macht Paphos zu einem einzigen großen Freilichtmuseum, und so sieht es auch die UNESCO, die kurzerhand den ganzen Ort zum Weltkulturerbe erklärte. Ein erklecklicher Teil der Fundstücke wurde erst im 20. Jahrhundert entdeckt.
Die Mosaikböden im Haus des Dionysos, des Theseus und des Aion haben 16 Jahrhunderte in wunderbarem Zustand überdauert. Sie stammen aus dem dritten bis fünften Jahrhundert, als der römische Prokonsul hier residierte. Dargestellt werden Szenen aus der griechischen Sagenwelt; die Mosaiken aus schwarzen und weißen Natursteinen gehören zu den schönsten und besterhaltenen des östlichen Mittelmeerraumes.
Erwähnenswert sind auch die zahlreichen Katakomben aus der frühchristlichen Zeit. Die Kirche Agia Solomoni, einst eine solche Katakombe, besitzt noch einige ihrer Fresken aus dem 12. Jahrhundert. Der Pistazienbaum am Eingang gilt als heilig. Wer seinen Zweigen eine persönliche Weihegabe überantwortet, soll dem überlieferten Glauben nach von seinen Gebrechen geheilt werden.
Den Rang von Zyperns Hauptstadt behielt Paphos allerdings nur bis zum Erdbeben im vierten Jahrhundert, nach dem Salamis im Osten Hauptort wurde. Nach und nach versumpften die Küstenstreifen, und die Einwohner zogen zur Zeit der Osmanen in höhere Lagen: Die Oberstadt „Ktima“ entstand, abgegrenzt zum „Neu Paphos“ im Hafenbereich.
Aktuelle Ausgrabungen
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen auch die Königsgräber, die allerdings keine Könige beherbergen, denn die gab es noch nicht zu Zeiten der frührömischen Herrschaft, als die Gräber errichtet wurden. Bestattet wurden hier Reiche und Adlige.
Auch das nahe Kourion lassen Kulturtouristen nicht aus, denn es ist eine der bedeutendsten archäologischen Stätten. Noch heute werden hier immer wieder Altertümer des Stadtkönigreiches ausgegraben, das von der Antike bis ins frühe Mittelalter bestand. Glanzpunkt ist das griechisch-römische Amphitheater, in dem heute Konzerte und Theateraufführungen stattfinden; und auch hier stehen Landvillen mit prachtvollen Bodenmosaiken, etwa das Haus des Eustolios mit seinem großzügigen Badekomplex.
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