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Asunción
Paraguay
Paraguay, das etwas so groß ist wie Deutschland und die Schweiz zusammen, hat nur sechseinhalb Millionen Einwohner, die zum stark überwiegenden Teil östlich des Flusses Paraguay leben und dann auch noch in oder um Asunción. In der Kernstadt leben etwas über 500.000 Einwohner; der sich ständig erweiternde Großraum dürfte rund zwei Millionen haben.
Amtssprache ist neben dem Spanischen die indianische Sprache Guarani, aus der uns Deutschen heute (über den Transportweg des Portugiesischen und Spanischen) einige Namenwörter geläufig sind: Jaguar, Tapir, Ananas, Maracuja oder Piranha. Obwohl die jesuitischen Missionare des 17. und 18. Jahrhunderts die Indianersprache ausschließlich benutzten – auch um spanische Siedler nicht zu ermuntern –, ist das heutige Guarani, das erst seit relativ kurzer Zeit auch als Schriftsprache gelehrt wird, durch zahlreiche spanische Einflüsse geprägt. So sprechen die gebildeten Städter mit europäischen Wurzeln ein Spanisch mit Guarani-Einsprengseln, während es bei der Landbevölkerung genau umgekehrt ist.
2008 betraute Paraguays Präsident Fernando Lugo, einst katholischer Bischof, die Ureinwohnerin Margarita Mbywangi, ihres Zeichens Häuptling der Aché-Indianer und ehemalige Sklavin, mit dem Posten der Ministerin für „indigene Angelegenheiten“.
Asunción
Stadt der sieben Hügel – nein, es ist nicht von Rom die Rede, sondern von Asunción, der Hauptstadt Paraguays, die am gleichnamigen Fluss liegt.
Etwa auf dem Breitengrad Madagaskars und Zentralaustraliens gelegen hat sie ein subtropisches Klima, was Tageshöchsttemperaturen von rund 30° und Tiefsttemperaturen von rund 20° bedeutet – durchschnittlich. Die größte Hitze und den meisten Regen bringen dabei Dezember und Januar.
Der schachbrettartige Aufbau der Stadt und der umliegenden Gemeinden, die vom wachsenden Asunción nach und nach geschluckt werden, lässt auf eine planerische Gründung und ein geringes Alter schließen, doch tatsächlich ist Asunción eine der ältesten Städte Südamerikas, gegründet 1537 im Auftrag des spanischen Eroberers Pedro de Mendoza, der ein Jahr zuvor Buenos Aires gegründet hatte. Und weil es gerade Mariä Himmelfahrt war, wurde die Siedlung gleich danach benannt. Der Taufname in voller Schönheit: Casa Fuerte de Nuestra Señora de Santa Maria de la Asunción (Festung unserer Lieben Frau, der heiligen Maria der Himmelfahrt).
Während der Herrschaft des Diktators Rodríguez de Francias zu Beginn des 19. Jahrhunderts (der mit seiner Politik ein Vorbild Fidel Castros gewesen sein könnte) wurde jedoch das Stadtzentrum völlig zerstört und musste neu aufgebaut werden. Die meisten der Straßen sind Einbahnstraßen; man muss sich also gut auskennen, um mit dem Auto zurechtzukommen.
Itaipu
Rund 300 Kilometer von Asunción entfernt an der brasilianischen Grenze steht das Wasserkraftwerk von Itaipu („Singender Fels“), das dem Fluss Paraná seine sage und schreibe über sieben Kilometer lange und 196 Meter hohe Staumauer entgegenstemmt. Stahl für 380 Eiffeltürme und Beton für 15 Eurotunnel wurde verbraucht. Obwohl das Gemeinschaftsprojekt von Brasilien und Paraguay 2006 durch den chinesischen Drei-Schluchten-Damm bezüglich der absoluten Leistung überholt wurde, ist es noch immer das Wasserkraftwerk mit der höchsten Energie-Jahresausbeute der Welt. Für 2008 meldeten die Kraftwerksbetreiber eine Rekord-Stromproduktion von knapp 95.000.000 Megawatt-Stunden. Das würde den Strombedarf der Welt für zwei Tage und den von Paraguay für elf Jahre decken.
1975 wurde der Bau begonnen, 1991 ging die letzte der 18 riesigen Turbinen, die jede 350 Megawatt leisten, ans Netz. 2004 kamen nochmal zwei Turbinen hinzu. Zwei Turbinen erreichen etwa denselben Wasserdurchfluss wie die riesigen Wasserfälle von Iguazú: rund 1.400 Kubikmeter pro Sekunde.
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