|
Westjütland
Henne Strand
Henne Strand in Westjütland hat seinen für deutsche Ohren etwas putzigen Namen von dem Fluss Henne Moelle Å, der dort in die Nordsee mündet. Der Strand, der sich 30 Kilometer die Küste hinaufzieht, gehört zu den beliebtesten Ferienregionen Dänemarks und wird großenteils von Deutschen, meist aus dem hanseatischen Raum, besucht. Die wichtigsten übrigen Badeorte der Region sind Blåvand, Vejers Strand und Hvide Sande. Wie mit dem Salzstreuer sind die Ferienhäuschen hier verteilt, und mit 64 Metern ist die Düne Blaabjerg in der Welt des platten Landes schon eine mächtige Erhebung mit grandiosem Panoramablick. Fahrradfahrer werden den Mangel an Bergen begrüßen, auch wenn der forsche Küstenwind ihn auszugleichen sucht, und ein Golfclub, der auch Gäste willkommen heißt, fehlt jenseits der Heiden und Dünen ebenso wenig.
Am „Træfpunkt“ finden regelmäßig Aktivitäten für Kinder statt, vom Bonbonmachen bis zum Ponyreiten, und von Anfang Juli bis Anfang August gibt es gar eine „Strand Late Night“, doch wer in Westjütland Strandurlaub bucht, hat in der Regel nichts gegen die Abwesenheit von Animation und Trubel.
Esbjerg
Spielt das Wetter einmal nicht mit, empfiehlt sich ein Ausflug etwa ins knapp vierzig Kilometer entfernte Esbjerg, einer 83.000-Einwohner-Stadt mit einem auch für Kinder interessanten Fischerei- und Seefahrtsmuseum mit vielen interaktiven Angeboten einschließlich „Unterwasser-Streichelzoo“. Ein Netzmacher lässt sich bei der Arbeit zusehen, und die Fütterung der Robben und Seehunde zieht regelmäßig viele Schaulustige an.
Esbjerg ist der wichtigste dänische Nordseehafen und lebte lange von der Fischerei, doch damit geht es beständig bergab. Ölfunde in der Nordsee konnten diesen Niedergang etwas abfedern. Obwohl vergleichsweise jung und als Handelszentrum aufgebaut, besitzt Esbjerg zwei Universitäten und nicht wenige kulturelle Institutionen, zum Beispiel ein Konservatorium von Ruf. Den Rang des Wahrzeichens der Stadt verliert der Wasserturm von 1897 allmählich an die vier neun Meter hohen sitzenden Herren aus Weißbeton, die seit 1995 nördlich des Hafens aufs Meer blicken, das Kunstwerk „Der Mensch am Meer“ bilden und Geschöpfe des Künstlers Svend Wiig Hansen sind.
Ribe
Ribe, Dänemarks älteste Stadt, war im Mittelalter ein wichtiger Handelshafen, verlor diese Rolle nach dem deutsch-dänischen Krieg im 19. Jahrhundert aber an das frisch gegründete Esbjerg. Mit seinen alten Kirchen ist die Stadt aber nicht nur für Kulturtouristen interessant; eine der ersten Kirchen in Nordeuropa – sie ist nicht mehr erhalten – wurde im neunten Jahrhundert vom Apostel Ansgar in Ribe gegründet. Die Klosterkirche Sankt Catharinæ stammt aus dem 15. Jahrhundert, der Dom mit seinem 50-Meter-Turm gar aus dem dreizehnten. In der flachen dänischen Landschaft und in Ermangelung von Wolkenkratzern sind die Türme des Doms, obwohl nicht sonderlich hoch, weithin sichtbar. Immerhin 52 Meter in die Höhe ragt der Bürgerturm, der anstelle eines eingestürzten Treppenturms Ende des 13. Jahrhunderts errichtet wurde, die Sturmglocke beherbergte und nicht zur Kirche gehört. Er behielt nach dem Einsturz der Spitze ein flaches Dach und besitzt heute eine Aussichtsplattform.
Das Ribe VikingeCenter ist dagegen noch keine zwanzig Jahre alt, stellt dem Besucher aber Zeitgenossen der Wikingerzeit vor Augen. Es hat ganzjährig geöffnet und zeigt originalgetreu kostümierte „Wikinger“ in originalgetreu rekonstruierten Bauten und Gehöften, an Feuerstellen, bei der Jagd oder in Schwertkämpfen. Den Nachbau eines echten Wikingerbootes gibt es natürlich auch, ebenso wie einen Souvenirladen, und auf Kinder wartet ein Wikingerspielplatz. Im Sommer zeigen überdies Kunsthandwerker aus Europa in kleinen Zelten Werke und Können.
Unser Ferienhaus-Tipp

|