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Kvarner Bucht
Die Bucht zwischen Istrien und Dalmatien
Die Kvarner Bucht ist ein tiefer Einschnitt zwischen der istrischen Halbinsel und der Dalmatinischen Küste, der ungefähr 3.500 Quadratkilometer umspannt und zu beträchtlichem Teil von Inseln gefüllt wird. Diese Inseln spielen sowohl für die Geschichte der Region als auch für den modernen Tourismus eine große Rolle. Sie teilen das Buchtgewässer in drei große Teile: den Kvarner im Westen, den Kvarnerić in der Mitte und den engen Velebit-Kanal vor dem kroatischen Festland, der wegen des Bora-Windes und der schnellen Strömungen als gefährliches Gewässer gilt. Die größten der zehn bewohnten Inseln sind Cres und Krk.
Krk
Die Insel Krk ist mit etwas über 400 Quadratkilometern so groß wie Köln. Knapp 18.000 Menschen leben auf Krk, davon rund 3.000 in der gleichnamigen Hauptstadt an der Südküste. Einen Flughafen gibt es bei Omišalj im Norden der Insel. Wie auf den meisten größeren Inseln im Mittelmeer finden sich auch hier Spuren griechischer und römischer Besiedlung. Für die slawische Geschichtsforschung von besonderer Bedeutung ist die Tafel von Baška, eine zwei Meter lange Steinplatte, die im 19. Jahrhundert in der Kapelle St. Lucija nahe Baška entdeckt wurde. Sie stammt aus dem elften Jahrhundert und ist das älteste Zeugnis in urkyrillischer Schrift. Das Original wird heute in Zagreb aufbewahrt. In der Kapelle auf Krk ist eine Kopie zu sehen. Die Kroaten herrschten vom sechsten bis zum Ende des 15. Jahrhunderts; dann eignete sich die damalige Großmacht Venezien die Insel an.
Eine architektonische Besonderheit und noch heute gern fotografiert ist die Brücke nach Krk. Eigentlich besteht sie aus zwei Brücken, die vom Festland und von Krk aus die dazwischen liegende Insel Sveti Marko erreichen. Bei der Eröffnung der Brücke im Jahr 1980 war der längere Abschnitt mit 390 Metern die weitestgespannte Betonbogenbrücke der Welt, die erst 16 Jahre später übertroffen wurde. Die Bögen sind bis zu 67 Meter hoch, die gesamte Brücke ist mit den Zufahrten knapp anderthalb Kilometer lang.
Cres
Einen winzigen Hauch größer als Krk – und damit die größte Insel der Kvarner Bucht – und langgestreckt ist Cres, die zu Zeiten der k. u. k.-Monarchie noch Kersch genannt wurde. Aus antiker Zeit stammen die griechischen, römischen und byzantinischen Spuren, die besonders in der malerischen Altstadt des gleichnamigen Hauptortes noch zu besichtigen sind. Vom neunten bis zum 14. Jahrhundert herrschten die Kroaten, bevor die neue Mittelmeermacht Venedig die Herrschaft an sich riss. Erst Napoleon zu Beginn des 19. Jahrhunderts änderte dies, doch er herrschte bekanntlich nur wenige Jahre, und Cres fiel mit dem größten Teil des nördlichen Balkans an Österreich-Ungarn. Ab 1918 waren Italiener, ab 1943 die Deutschen die Herren der Insel, bevor Cres nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu Kroatien und somit zum damaligen Jugoslawien gehörte.
Die Insel Lošinj ist von Cres nur durch einen 14 Meter breiten Kanal getrennt; beide Inseln sind unterseeische Ausläufer der istrischen Gebirgskette Učka.
Laubwald im Norden von Cres, Nadelwald der Mitte und die Macchia des Südens kontrastieren mit der ausgedehnten Steinwüste, die von kilometerlangen Trockenmauern durchzogen wird. Sie teilen auch die inseltypischen Terrassengärten.
Cres deckt seinen Trinkwasserbedarf durch den Vranersee in der Inselmitte, weswegen dessen Ufer nicht allgemein zugänglich sind. Der Wasserspiegel des knapp sechs Quadratkilometer großen Süßwassersees liegt über, sein Grund 74 Meter unter dem Meeresspiegel.
Einen großartigen Rundblick genießt, wer, begleitet von intensivem Salbeiduft, bei Križić den Scheitelpunkt der Hauptstraße auf dem Bergrücken Sis erreicht. Die steilen und tiefen Felsabstürze und die nicht selten wütend blasende Bora vermitteln ein starkes Naturerlebnis.
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