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Genfer See
Tiefe Wasser
Der Genfer See – für die Schweizer der Genfersee – muss sich nach der Fläche dem ungarischen Plattensee zwar knapp geschlagen geben, doch mit seiner bis zu 310 Metern reichenden Tiefe lässt er den höchstens 12,5 Meter flachen Balaton in punkto Wasservolumen weit hinter sich: Mit 89 Kubikkilometern ist der Genfer See der wasserreichste Mitteleuropas. Knapp die Hälfte des Sees und das Südufer gehört zu Frankreich.
Mehrere Flüsse speisen den See; der wichtigste ist die Rhone, die bei Bouveret einmündet und den wie ein Croissant geformten See bei Genf wieder verlässt. Sie fließt dort durch die Barrage du Seujet, ein Dreifachwehr mit Schleuse, das für die genaue Regulierung des Seespiegels zuständig ist, der nur um einen halben Meter schwanken darf. Das Wehr dient zugleich einem Wasserkraftwerk, das 1995 seine Vorgänger ersetzte und 8,7 Megawatt leistet.
Als Transportweg hat der See stark an Bedeutung verloren, desgleichen als Fischgrund, der schon immer als artenarm galt. Die Fähren und Ausflugsdampfer aber haben seit ihrem Aufkommen zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur während der beiden Weltkriege Einbrüche hinnehmen müssen. Heute prägen moderne Motorschiffe und Schaufelraddampfer mit Panoramafenstern und luxuriösem kulinarischem Angebot den Verkehr auf dem See.
Schloss Chillon
Am Ostufer des Sees, an der sogenannten Waadtländer Riviera, liegt südlich von Montreux das meistbesuchte – und seiner malerischen Seelage wegen sicher auch meistfotografierte – historische Gebäude der Schweiz, das Schloss Chillon. Ursprünglich lag auf dem Felsen im See vermutlich eine Zollstation, die den schmalen Durchgang zum Großen St. Bernhard und zum Simplon bewachte. Die ältesten Teile des heutigen Gemäuers stammen aus dem 11. Jahrhundert. Die Anlage wurde in den folgenden Jahrhunderten immer wieder umgebaut und erweitert, diente aber nur bis zum Ende des 15. Jahrhunderts repräsentativen Zwecken. Später wurde sie Zeughaus, Waffenmagazin, Krankenhaus und auch Gefängnis. Zu Beginn des Eisenbahnzeitalters wäre das Schloss beinahe als Steinbruch missbraucht worden, wenn ein geschichtsbewusster Lokalpolitiker dem nicht Einhalt geboten hätte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schließlich wurde das Schloss restauriert.
Genf
Genf am westlichen Abfluss der Rhone aus dem See wurde 1870 als bevölkerungsreichste Stadt der Schweiz von Zürich abgelöst. Sie besitzt heute knapp 190.000 Einwohner mit dem bemerkenswerten Ausländeranteil von 44 Prozent, der sich durch die vielen internationalen Organisationen erklären dürfte. Die Welthandelsorganisation (WTO), die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Internationale Rote Kreuz und ein Büro der UNO sind nur einige davon. Als wichtige Handelsstadt gilt Genf nicht erst seit Johannes Calvin, der als reformatischer Hardliner des 16. Jahrhunderts auch die Genfer Universität gründete. Weltruf besitzt Genf als Uhrenstadt, und der Genfer Autosalon zählt zu den wichtigsten internationalen Automobilmessen.
In den Schlagzeilen zum Jahresende 2008 hat allerdings der Teilchenbeschleuniger im Kernforschungszentrum CERN alle anderen Genfer Attraktionen verdrängt. Der milliardenteure unterirdische Ring mit einem Durchmesser von knapp 27 Kilometern ist der Hoffnungsträger einer riesigen Physikergemeinde bei vielen grundsätzlichen Forschungsfragen.
Lausanne
Lausanne liegt in der französischen Schweiz am Nordufer des Genfer Sees. Besonders als Bildungs- und Kulturzentrum tut sich die Universitätsstadt hervor. Zahlreiche Festivals, Konzerte und Kulturveranstaltungen machen Lausanne zu einem Anziehungspunkt der geistigen und künstlerischen Elite. Das Internationale Olympische Komitee hat hier seinen Sitz.
Aus der Reihe der historischen Sehenswürdigkeiten sticht die Kathedrale Notre-Dame hervor, eine frühere Bischofskirche des Bistums Lausanne, die für die regionale Entwicklung der gotischen Baukunst bestimmend war.
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