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Apulien

Apulien

Apulien ist die südöstlichste Region Italiens. Sie bildet mit der Halbinsel Salento den Absatz des italienischen Stiefels mit dem Gebirge des Gargano in der Provinz Foggia dessen Spore, die ins adriatische Meer ragt. Auf Salento ähnelt die Architektur mit weißgekalkten und flachbedachten Häusern eher der griechischen Bauweise, und auch die Mundart unterscheidet sich stark vom Rest Apuliens. Sie ähnelt derjenigen Siziliens, das ebenso wie die süditalienischen Küstenregionen bis zum Aufkommen der antiken römischen Großmacht von Griechen besiedelt war.

Bari

Hauptstadt Apuliens ist Bari, eine Stadt mit Flughafen und über 300.000 Einwohnern, von denen fast jeder Vierte ein Student ist. Die Aldo-Moro-Universität, die bis ins Jahr 2008 noch nach ihrem Gründer Benito Mussolini hieß, gehört zu den bedeutendsten Universitäten Italiens.
Auch Bari war als Barion ursprünglich eine griechische Siedlung, die im Laufe der Jahrhunderte wie so viele Küstenstädte des Mittelmeers wechselnde Herrscher hatte. Gut zweihundert Jahre herrschte Byzanz hier, das in Bari bis 1087 seine letzte italienische Bastion hatte, bevor die Normannen und in deren Folge die Stauferkaiser das Regime an sich rissen.

Noch vor dem erst langsam aufkommenden Tourismus sind Chemie, Metall und Autozulieferer – darunter einige bekannte deutsche Unternehmen – die Hauptwirtschaftsmotoren der Region.
Sehenswürdigkeiten sind das Archäologische Nationalmuseum an der Piazza Umberto sowie San Sabino und San Nicola aus dem 12. Jahrhundert. Nach einem Aufstand der Baresi Mitte des 12. Jahrhunderts wurden allein diese beiden Kirchen von der Strafaktion des normannischen Königs von Sizilien, Wilhelm des Bösen, verschont. Die Säulen des Portals von San Nicola werden – untypisch für Apulien – anstatt von Löwen von Stieren getragen, auch wenn die mittlerweile hornlos sind. Außerdem lohnt ein Besuch des Kastells, das auf einen normannischen Bau aus dem 12. Jahrhundert zurückgeht, der nach zweimaliger Zerstörung von Kaiser Friedrich dem Zweiten im 13. Jahrhundert wieder aufgebaut und erweitert wurde. Heute dient das Kastell als Museum.

Tarent

Tarent ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Süden Apuliens, am „Sohlengelenk“ des italienischen Stiefels. Die Stadt mit knapp 200.000 Einwohnern liegt am gleichnamigen Golf, der nur durch eine winzige Insel vom „Kleinen Meer“ getrennt wird, einer Lagune von knapp 20 Quadratkilometern, die durch eine Halbinsel und die über 1.900 Meter lange Brücke Punta Penna Pizzone in zwei annähernd kreisrunde Teile geteilt wird. Die winzige Insel, nicht mal einen halben Quadratkilometer groß, ist die ursprüngliche Siedlung und heute die Altstadt, während das moderne Zentrum auf der östlich gelegenen Halbinsel liegt. Der Hafen von Tarent ist schon seit der Antike ein wichtiger Handels- und Kriegshafen. Im Zweiten Weltkrieg musste die italienische Flotte hier starke Verluste hinnehmen, als die englische Luftwaffe beim „Angriff von Tarent“ mehrere nächtliche Attacken flog.

Manfredonia

Manfredonia wurde einst als Siponto gegründet, vermutlich im sechsten oder siebten vorchristlichen Jahrhundert von Illyrern, die aus dem Westen der Balkanhalbinsel stammten. Einige ihrer Stelen können heute noch im Archäologischen Museum der Stadt besichtigt werden. Nachdem ein Erdbeben die Stadt Anfang des 13. Jahrhunderts unbewohnbar gemacht hatte, ließ Manfred, Sohn des Stauferkaisers Friedrich des Zweiten und Fürst von Tarent, in der Nähe eine neue Stadt errichten, wobei einige Ruinen Sipontos einbezogen wurden. Manfred, inzwischen Kaiser von Sizilien, erlebte die Fertigstellung seiner Festung jedoch nicht mehr. Er fiel im Kampf gegen Karl von Anjou, der die Stadt in Neu-Siponto umbenennen ließ, was sich jedoch nicht halten konnte. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde die Stadt durch einen türkischen Überfall völlig zerstört und erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder aufgebaut.

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