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Föhr
Marsch und Geest
Föhr, einst Festland und erst seit der sogenannten Marcellusflut im 14. Jahrhundert von Wasser umgeben, gehört zu den nordfriesischen Inseln und liegt knapp 60 Kilometer westlich von Flensburg. Im Norden liegt Sylt, und Amrum im Westen schützt vor den Wettern der Nordsee, was Föhr zur „grünen Insel“ macht, die von Urlaubern geschätzt wird. Ganz besonders schätzen sie den mild abfallenden Sandstrand, der sich über die gesamte Südküste hinzieht. Ansonsten besteht die Insel, die sich nicht höher als 13 Meter über das Meer erhebt, aus Marsch (im Nordosten) und der sandigen Geest (im Süden). Beide Bodenarten sind sehr fruchtbar, was ein Satellitenbild von Föhr eindrucksvoll belegt: Wo keine Häuser stehen, liegen Felder.
Mit zirka 80 Quadratkilometern ist die Insel etwas größer als Wetzlar, hat aber nur gut ein Siebtel von dessen Einwohnern, nämlich rund 8.600.
Wyk
Wyk ist der Hauptort der Insel am südöstlichen Zipfel, wo auch der Fährhafen liegt. Seit 1819 ist Wyk ein Nordseeheilbad und damit das erste Seebad Schleswig-Holsteins. Wegen der langen und komplizierten Anreise zur damaligen Zeit kam der Fremdenverkehr aber nur schleppend in Gang. Der dänische König Christian der Achte, damals Herr über den Ostteil der Insel, erkor Wyk Mitte des 19. Jahrhunderts zu seiner Sommerresidenz und lud dort gern seinen berühmten Landsmann Hans Christian Andersen ein, was dem Tourismus mehr Schwung verlieh. König Christian liebte besonders die Promenade „Sandwall“ und den Blick von dort auf die Halligen. In der Großen Straße in Wyk erinnert an Haus Nummer 16 ein Schild an Andersens Aufenthalt, wenn auch das Haus neueren Datums ist. Seine Erlebnisse auf Föhr verarbeitete Andersen in seinem Spätwerk „Die zwei Baronessen“. Die Bäder in der Nordsee schilderte er als außerordentlich belebend, auch wenn man sich davon kein modernes Bild machen darf: Die hölzerne, auf vier Rädern montierte Umkleidekabine wurde samt Dichter von einem Pferd ins Wasser und wieder heraus gezogen.
Auch Christian Morgenstern besuchte und schätzte Föhr, ebenso wie Walzerkönig Johann Strauß junior, der am Sandwall seinen Walzer „Nordseebilder“ komponierte.
Wegen seiner Kliniken und Erholungseinrichtungen ist Wyk mittlerweile das ganze Jahr über als Kurort gefragt.
Als Verwaltungsort ist Wyk auch für die Nachbarinsel Amrum zuständig. Mehr als die Hälfte der Föhrer lebt in Wyk, die übrigen Inselbewohner verteilen sich auf 16 Dörfer und Einsiedlerhöfe. Den größten Teil der Stadtbewohner machen im Sommer allerdings die Touristen aus, welche die Wyker zahlenmäßig manchmal um das Fünffache übertreffen und dem größten Teil von ihnen den Lebensunterhalt sichern.
Man lebt vom Tourismus
Ja, Föhr lebt vom Fremdenverkehr, insgesamt sollen über den Sommer auf jeden der knapp 9.000 Einwohner zwanzig Saisongäste kommen. Drum: Föhr besuchen heißt früh buchen. Trotz der Menge an Sommergästen macht die Insel aber nie den Eindruck, aus den Nähten zu platzen, denn laute und raumgreifende Spezies wird man hier kaum antreffen. Schließlich gehört die Insel zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Föhrer darf sich übrigens jeder Einwohner nennen, Föhringer dagegen nur einer, der friesische Wurzeln hat.
Autarkes Föhr
Föhr hat den Ehrgeiz, in nicht allzu ferner Zukunft allen elektrischen Strom selbst zu erzeugen. Die fünf Windräder auf der Insel sollen durch größere ersetzt werden, und nach und nach werden die Inseldächer mit Solaranlagen versehen; auch Erdwärme soll genutzt werden.
Mit einem ganz besonderen Touristenservice macht Föhr die internetfähigen Fotohandys seiner Urlaubsgäste zu Reiseführern: An 140 Sehenswürdigkeiten auf der Insel sind Schilder mit Zeichencodes angebracht, die nur fotografiert werden müssen. Übers Internet können dann die Erläuterungen der Sehenswürdigkeiten abgerufen werden.
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