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Rhön
Die Wasserkuppe
Nicht ganz tausend Meter hoch ist der höchste Berg Hessens und der Rhön, die Wasserkuppe. Es handelt sich dabei um eine milde Bodenerhebung, deren Name sich von der mittelhochdeutschen Bezeichnung für Weide herleitet und nicht von Wasser. Obwohl dies eigentlich nahe läge, denn die Wasserkuppe ist Quellgebiet von rund 30 Bächen und des Flusses Fulda. Landesweit bekannt ist die Wasserkuppe jedoch als Hort der Segelflieger. Die Segelfliegerei, heißt es, sei hier im Zuge mehrerer fliegerischer Pioniertaten geradezu erfunden worden, als den Deutschen nach dem ersten Weltkrieg der Motorflug verboten worden war. Noch heute residiert die älteste Segelflugschule der Welt auf der Wasserkuppe und erfreut sich mit rund 20.000 jährlichen Starts steter Beliebtheit. Ein eigenes Segelflugmuseum gibt es auch, und schon vor einer ganzen Weile haben auch die Gleitschirm-, Drachen- und Modellflieger die günstige Thermik der Kuppe entdeckt.
Seit 1923 erinnert ein Bronzeadler auf einem Basaltschlot an die getöteten Flieger des Ersten Weltkrieges. Errichtet wurde das Denkmal von der Vorläuferorganisation des Deutschen Luftsportverbandes, dem „Ring der Flieger“.
Der Berg mit den Radarkuppeln
Von weitem ist Hessens höchster Berg seit langem an Radarkuppeln, sogenannten Radoms (von „Radar-Dome“)erkennbar, die seit den 1970er Jahren der militärischen Luftraumüberwachung dienten. Vier dieser weißen Kugeln „zierten“ einst die Wasserkuppe; die letzte wurde 1994 von der Bundeswehr errichtet. Sie ist heute die einzige übrig gebliebene und könnte eigentlich auch abgerissen werden, doch als weithin sichtbares Erkennungszeichen möchte man sie behalten und zu einem Aussichts- und Veranstaltungsgebäude umfunktionieren.
Ski, Sommerrodeln und Rhönbob
Während der Flugplatz östlich der Kuppengebäude liegt, findet man das Skigebiet mit Liften und die Sommerrodelbahn nördlich davon. Obwohl man der Skitauglichkeit der Wasserkuppe seit den 1980er Jahren mit Schneekanonen nachhilft, suchte man schon früh nach Möglichkeiten, die Pisten auch im Sommer nutzen zu können. 1975 wurde hier die erste Sommerrodelbahn mit Stahlrinne errichtet, die heute die dienstälteste der Welt sein dürfte. Sie wurde mehrfach erweitert, zuletzt 1989, als man ihr eine 700 Meter lange Parallelbahn zugesellte und die alte Bahn ebenfalls auf diese Länge brachte. Seitdem sind also auch Wettrennen möglich.
Nicht in einer Rinne, sondern schienengeführt läuft der Rhönbob, der auf einer Länge von über 1.000 Metern nur dann nicht betrieben wird, wenn die Skilifte laufen. Auf ihm haben bis zu drei Personen Platz.
Seit 2007 gibt es zudem noch den „Hexenbesen“, eine Zweipersonen-Gondel, die per Schwerkraft zu Tal gleitet und anschließend wieder, ebenso wie die Rodel- und Bobschlitten, bergan gezogen wird.
Tann
Tann in der Rhön ist ein Luftkurort und liegt an der Ulster. Ulster? Das kommt vielen irisch vor, und damit könnten sie recht haben. Vermutlich kamen irische Mönche als christliche Missionare bereits im frühen Mittelalter hierher und benannten den Fluss nach ihrer Heimatprovinz. Auch der Name Tann, ursprünglich „Thonn“ oder „Thann“, soll auf sie zurückgehen. Ursiedler soll ein Herr von Fischbach aus dem Feldatal gewesen sein, der sich „von der Tann“ nannte. Fast immer lag der Ort an einer Grenze, denn die Besitztümer mehrerer geistlicher und weltlicher Herren stießen hier zusammen. Und so war Tann schon mal Reichsgebiet, dann bayerisch, dann preußisch und erst nach dem Zweiten Weltkrieg hessisch. 40 Jahre lang war Tann erneut ein Randzipfel, fast ganz umgeben von DDR-Grenze und touristisch wenig attraktiv. Heute ist der Ort einer der beliebtesten Ferienorte Hessens und liegt ziemlich genau in der Mitte Deutschlands.
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