|
Berchtesgaden
Kein Berggarten
Das Wort „Berchtesgaden“ hat nichts mit Garten zu tun, wenn es auch damit verwandt ist. Es bezeichnet das Gaden (eine Wohnung, die aus einem einzigen Raum besteht) eines Herrn mit Namen Bercht – oder einem ähnlichen. Der Markt Berchtesgaden liegt am äußersten Südostzipfel Deutschlands, größtenteils umgeben von Österreich, nur 15 Kilometer entfernt von Salzburg, unter dessen Herrschaft es auch zeitweise stand.
Der Watzmann
Das zentrale Bergmassiv ist der weithin bekannte Watzmann, der schon früh Naturliebhaber und Künstler angezogen hat. Auch der berühmte Landschaftsmaler Caspar David Friedrich hat den Watzmann verewigt. Der Berg mit seinen kleineren Nebengipfeln, die gern als Watzmannfrau mit Kindern gesehen werden, ist mit über 2.700 Metern höchster Punkt des Berchtesgadener Landes. Die 1.900 Meter hohe Ostwand ist eine der höchsten der Alpen und eine alpinistische Herausforderung. Weil sie klettertechnisch nicht zu den schwierigsten gehört, wird sie oft unterschätzt, doch wegen ihres Ausmaßes (oder wegen plötzlich aufziehender Unwetter) hat schon so mancher Kletterer den Aufstieg nicht überlebt.
Der Berghof des „Führers“
Der große Reiz des Berchtesgadener Landes blieb auch Adolf Hitler nicht verborgen, der 1923 auf dem Obersalzberg sein Feriendomizil „Berghof“ errichtete, das 1933 zum Führersperrgebiet ausgeweitet wurde; unterhalb entstand gar eine kleine zweite Reichskanzlei. Der völligen Zerstörung durch Bombardement entging nur Hitlers Gästehaus, das von den Berchtesgadenern aber dennoch abgerissen wurde, um jegliche Spuren der Naziherrschaft zu beseitigen. Erst 1990 entstand an der Stelle ein Dokumentationszentrum zur Naziherrschaft.
Salzbergwerk und Salzheilstollen
Der Salzheilstollen geht auf die Erfahrungen eines Berchtesgadener Arztes während seiner Kriegsgefangenschaft in Polen zurück. Als er in einem Salzbergwerk Kranke versorgte, verblüffte ihn die außergewöhnlich schnelle Heilung von Verletzungen.
Salzvorkommen im Obersalzberg sind seit dem Mittelalter bekannt und werden seit Beginn des 16. Jahrhunderts abgebaut. Noch heute werden jedes Jahr 500.000 Tonnen Sole nach Bad Reichenhall gepumpt, wo daraus das bekannte Salz gewonnen wird, und wenn es nach den Lagerstätten geht, soll das noch 200 Jahre so weitergehen können. Als technische Meisterleistung galt die 29 Kilometer lange Soleleitung des Georg Friedrich von Reichenbach aus dem Jahre 1817, die inzwischen aber von verschiedenen Nachfolgerinnen ersetzt wurde. Die etwa 50 Bergmänner, die täglich in der Saline Dienst tun, sind schon lange in der Minderzahl. Mehrere hunderttausend Besucher sehen sich jedes Jahr das Salzmuseum im Bergwerk an, und die Besucherzahlen des Salzheilstollens, der seit 1990 existiert, steigen mit der Zahl der Krankheiten, die ein Aufenthalt im Stollen zu lindern scheint. Kamen zunächst vorwiegend Atemwegserkrankte und Allergiker in den Stollen, so glauben auch immer mehr unter Neurodermitis, Muskelschmerzen, Tinnitus oder Schlafstörungen Leidende, hier eine heilsame Wirkung zu spüren. Und für immer mehr psychosomatische Beeinträchtigungen scheint Ähnliches zu gelten. Die Betreiber des Stollens führen dies nicht nur auf die Quasi-Meeresluft zurück, sondern auch auf die strahlenabschirmende Wirkung des Salzes, wegen der sich Salzstollen ja auch als Atommüll-Endlager eignen sollen.
Musik im Salzstollen
In jedem Fall muss der Heilstollen eine besondere Atmosphäre haben, denn inzwischen werden dort auch Konzerte veranstaltet, laut Broschüre der Heilstollen-Berchtesgaden-GmbH vermutlich auf Anregung von Musikern des nahen Salzburgs, die dem Stollen eine besondere Akustik bescheinigten. Besucher (und Musiker) tun allerdings gut daran, sich auch im Sommer warm anzuziehen. Im Stollen herrschen ganzjährig 12 Grad Celsius.
Unser Ferienhaus-Tipp

|