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Dominikanische Republik

Ein ungeliebter Name

Die Dominikanische Republik liegt zusammen mit Haiti auf Hispaniola, der zweitgrößten Insel der Großen Antillen, zwischen Kuba und Jamaika im Westen sowie Puerto Rico im Osten. Warum die Dominikanische Republik so heißt, wissen nicht mal die Einwohner, die sogenannten Dominikaner (auch wenn sie keine Mönche sind). Auf der Insel selbst – ebenso wie in Spanien – hat sich der Name República Dominicana auch nie durchgesetzt; man verwendet den Namen der Hauptstadt Santo Domingo auch für den Staat, der die Osthälfte von Hispaniola belegt, oder gleich für die ganze Insel.

Wale in der Bucht von Samaná

Eine Attraktion für Tierfreunde ist zwischen Januar und März die jährliche Ankunft der Buckelwale in der Bucht von Samaná, dem auffälligsten Landeinschnitt an der Nordküste der Dominikanischen Republik. Hunderte der bis zu 15 Meter langen und bis zu 40 Tonnen schweren Planktonfresser mit den auffällig langen Brustflossen tummeln sich dann in der länglichen Bucht und zeigen ihre spektakulären Sprünge, mit denen sie sich manchmal vollständig aus dem Wasser wuchten. Touristen können sich mit Booten zur Walbeobachtung aufs Meer hinausfahren lassen.

Zu dieser Jahreszeit ist der Seegang allerdings oft nicht unbedeutend, und wer das Schaukeln über längere Zeit nicht gut verträgt, könnte stattdessen einen Ausflug auf das nahegelegene kleine Inselchen Cayo Levantado bevorzugen, die karibischen Strandaufenthalt aus dem Bilderbuch anbietet. Tatsächlich hatte vor Jahren eine bekannte Rum-Destillerie die Insel für einen Werbespot ausgesucht, der karibisches Flair zeigen sollte und recht bekannt wurde. Seitdem wird der Cayo Levantado (was „Erhobene Sandinsel“ heißt und vermutlich auf den vulkanischen Ursprung hindeutet) bei den Urlaubern mit dem Namen des Rumherstellers belegt.

Aber auch die Samaná-Halbinsel selbst ist vollkommen postkartentauglich. Tropengrün, Strände vom Feinsten und wilde Wasserfälle, Pelikane, Papageien und Delfine: Samaná gehört zu den schönsten Gegenden der Insel. Auch im Landesinneren locken Kalksteinhöhlen, Mangrovensümpfe und Vorzeigedschungel zu Ausflügen.

Das Walegucken zieht heute dreißigmal soviele Touristen an wie vor zwanzig Jahren und ist eine der tragenden Säulen der hiesigen Tourismuswirtschaft. Naturschützer halten die Grenze des für die Wale Zumutbaren für erreicht, wenn nicht überschritten. Inzwischen gibt es aber auch Vorschriften zu Anzahl der Boote und Beobachtungsdauer, um die Wale vor allzu großer Belästigung zu schützen.

Santo Domingo

Santo Domingo, wörtlich der „Heilige Sonntag“, hat zwei Millionen Einwohner und gehört damit neben Havanna zu den beiden größten Städten der Karibischen Inseln. Sie ist eine Gründung des Bruders von Christoph Kolumbus, Bartolomeo, aus dem Jahre 1498 und heute die älteste noch existierende „europäische“ Gründung Amerikas, auch wenn sie vier Jahre nach der Gründung wegen Sturmschäden und einer Ameisenplage noch einmal verlegt wurde: ans Westufer des Flusses Ozama. Dieser geplanten Neugründung verdankt Santo Domingo seine schachbrettartige Anlage, die zum Vorbild für viele südamerikanischen Städte wurde.

Der spanische Vizekönig residierte in einem 1514 unter Kolumbus‘ ältestem Sohn, Diego, errichteten Palast, der noch heute zu Santo Domingos Sehenswürdigkeiten zählt. Hier hatten die spanischen Kolonisten einige Jahrzehnte ihren Hauptverwaltungssitz. So ist es nicht verwunderlich, dass auch die erste Universität auf amerikanischem Boden hier gegründet (1538) und die erste Kathedrale der Neuen Welt hier gebaut (1521-46) wurde. Bis in die neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts ruhten die Gebeine Kolumbus‘ in der Kathedrale, dann wurde der Faro de Colón fertiggestellt (Cristóbal Colón ist Kolumbus‘ spanische Bezeichnung) und die sterblichen Überreste dorthin überführt. In dem Mausoleum zu Ehren des Amerika-Entdeckers befinden sich auch mehrere Museen. Wegen seines Prunkes und der hohen Baukosten war die Eröffnung von Protesten begleitet.

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