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Dithmarschen

Aussicht bis zum Abwinken

Dithmarschen nördlich der Elbmündung ist ein Gebiet, das nicht „unendlich weit“ ist, wie manche sagen, sondern nur etwas größer als Berlin. Doch den Eindruck der unendlichen Weite kann man durchaus bekommen; so sagt die Schriftstellerin und Wahl-Dithmarscherin Sarah Kirsch, die Region bestehe zu „97 % aus Himmel“. Der Rest ist Marsch und – weiter im Landesinneren – trockener Sandboden, die sogenannte Geest. Die küstennahen Gebiete der Marsch, die noch nicht verlandet sind, werden Salzwiesen genannt. In den Tropen nennt man diese Gebiete Mangroven. Dort leben Pflanzen und Tiere, die auf die mehr oder weniger regelmäßige Überschwemmung mit Salzwasser angewiesen sind.

Die Dithmarscher sind stolz auf ihre Unabhängigkeit. Die Bauernschaft hat sich schon im Mittelalter meist erfolgreich gegen fürstliche Obrigkeiten gewehrt, und wo nicht, hat sie ihre Eigenständigkeit dennoch erstaunlich oft durchsetzen können. Adelige Landbesitzer haben in Dithmarschen kein Bein auf den Boden bekommen; so sucht man Schlösser weit und breit vergebens, ebenso wie Burgen, die auf diesem platten Lande ohnehin wenig Sinn gehabt hätten. Fast die Hälfte dieses Landes hat der Mensch dem Meer abgetrotzt. Und das offenbar zuvorderst wegen des Kohls, der hier auf Europas größtem Anbaugebiet gedeiht. Die „Dithmarscher Kohltage“ sind ein festes Datum im Kalender vieler Norddeutscher.

Büsum

Wie manche Orte an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste (s. Friedrichskoog unten) war auch Büsum nahe der Eidermündung einst eine Insel. Die Landgewinnung durch Eindeichung und Aufschüttung war ein steter Kampf mit dem Meer, das sich während einiger Sturmfluten Land zurückholte – und unterm Strich Sieger blieb, auch wenn das Gesicht Büsums seit der Eindeichung des Hafenumlandes und dem Bau der Schleuse zwischen 1938 und 1940 leidlich stabil blieb. Die Schleuse wurde in den Achtzigern durch ein Sperrwerk zum Schutz gegen Hochwasser ersetzt.

Büsum ist Seebad und gehört zu den wirtschaftsstärksten Touristengemeinden Schleswig-Holsteins. Krabbenkutter prägen noch immer das Ortsbild, doch die einst lebenswichtige Bedeutung der Krabbenfischerei in Büsum lässt, trotz einer kurzen Erholung 2005, immer stärker nach.

Friedrichskoog

Die kleine Gemeinde im Südwesten von Dithmarschen verdankt ihre Entstehung dem dänischen König Friedrich dem Siebten, der Mitte des 19. Jahrhunderts durch Eindeichung die Dieksander Hallig schaffen ließ, damals noch eine Insel, die später zu Friedrichskoog heranwuchs. Der Ort lebt heute wesentlich vom Tourismus und ist seit 2004 als Nordseeheilbad anerkannt. Strand gibt’s keinen, dafür eine herrliche Deichlandschaft und gleich davor den Nationalpark des Wattenmeers.

Seehunde lassen sich auch in der Friedrichskooger Seehundstation beobachten, die Fernsehzuschauer von der ZDF-Serie „Hallo, Robbie!“ kennen. Die Station wurde 1985 gegründet und 2006 erweitert. Forscher ergründen hier das Verhalten von Seehunden und ziehen verwaiste Seehundbabys auf, sogenannte Heuler.

Spielen im Wal „Willi“

Am Friedrichskooger Hafen wurde im Dezember 2008 ein 2500 Quadratmeter überspannendes Spielplatzgebäude mit vielen Attraktionen wie Kletterwand, Labyrinth, Hüpfburgen, E-Kartbahn und anderem eröffnet, und seit März 2009 bläst der Wal, wie es sich gehört, stündlich eine 20 Meter hohe Fontäne senkrecht nach oben.
Ob das Haus in Form eines Wals (mit Eingang an der Fluke) nun „Moby Dick“ oder „Willi“ heißt, darauf konnten sich Betreiber und Volksmund wohl noch nicht ganz einigen. Der Wal ist aber nicht nur bei schlechtem Wetter anziehend, denn er besitzt auch einen 800 Quadratmeter großer Außenbereich. Für Kleinkinder gibt es eigene Bereiche, und Eltern können wählen, ob sie mittoben oder lieber toben lassen und währenddessen eine ruhige Tasse Kaffee genießen.

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