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Elsass
Straßburg
Straßburg ist die größte (über 700.000 Einwohner) und wichtigste Stadt im Elsass, nicht nur seiner europäischen Bedeutung wegen. Gewiss, hier residieren so viele europäische Institutionen, vom Europäischen Parlament bis zur Europäischen Wissenschaftsstiftung, dass Straßburg wie selbstverständlich den inoffiziellen Titel „Hauptstadt Europas“ trägt.
Doch die kulturelle Bedeutung der historischen Stadt Straßburg ist nicht minder gewichtig. So gelten die sogenannten Straßburger Eide von 842 als erstes Dokument in (alt-)französischer Sprache. Darin hatten sich Karl der Kahle und Ludwig der Deutsche, Enkel Karls des Großen, gegen ihren Bruder Lothar verbündet, der die deutsche Kaiserkrone beanspruchte. Der Grund für die damals ungewöhnliche Abfassung der Eide in Romanisch und Altfränkisch (zusätzlich zum üblichen Latein) waren die Heerführer der Könige, die sowohl des Lateinischen als auch der Sprache der Verbündeten nicht mächtig waren.
Straßburg und die Zweisprachigkeit ist sinnbildlich für das wechselvolle und oft feindselige deutsch-französische Verhältnis. Doch als „Argentoratum“ entstand Straßburg im Jahre 12 vor Christus zunächst unter römischer Ägide. Das „Vermögen“, das in dem Wort für Silber, „Argentum“, zum Ausdruck kommt, bezog sich allerdings nicht auf Bodenschätze, sondern auf die Lage der Siedlung, die ihr als Handelsknotenpunkt einen raschen Aufstieg verschaffte. Von der „Burg an den Straßen“ sprachen dagegen die Alemannen, welche die Stadt im fünften Jahrhundert eroberten und denen die Franken folgten. Ab 925 gehörte Straßburg zum Heiligen Römischen Reich, das später den Zusatz „deutscher Nation“ trug.
Das Straßburger Münster
Auch das Straßburger Münster, größtes und prominentestes der zahlreichen Straßburger Kulturgüter, ist eine deutsch-französische Schöpfung. Bereits zu antiken Zeiten beginnt die Reihe von Sakralbauten, die an dieser Stelle der kleinen Ill-Insel gestanden haben, und auch das Liebfrauenmünster, das 1176 begonnen und 1439 fertiggestellt wurde, sollte eine abgebrannte Vorgängerkirche von 1015 ersetzen. Der Anblick des heutigen Münsters erweckt die Vermutung, ein zweiter Turm könne den Bomben des Zweiten Weltkriegs zum Opfer gefallen sein, aber einen zweiten Turm, der dem Münster zu (ursprünglich geplanter) Symmetrie verholfen hätte, gab es nie. Doch auch ohne ihn war die Kirche bis weit ins 19. Jahrhundert das höchste Bauwerk der Welt. Noch heute ist sie eine der größten Kirchen.
Colmar
Colmar besitzt eine Reihe interessanter Museen. Das jüngste ist das Spielzeugmuseum von 1993. Das Geburtshaus des Bildhauers Frédéric-Auguste Bartholdi ist heute ebenfalls ein Museum. Bartholdi war der Schöpfer der amerikanischen Freiheitsstatue in New York (deren Trägerkonstruktion von Gustave Eiffel stammt), und seine Werke zieren zahlreiche Denkmalssockel in Frankreich und den USA. Die meisten seiner Gebilde stehen noch heute in seiner Geburtsstadt Colmar, obwohl er schon im Kindesalter von hier fort zog. Auch eine 12 Meter hohe Kopie der Freiheitsstatue ist in Colmar zu besichtigen.
Weiter gibt es das „Museum der städtischen Fabriken“ im ehemaligen Wasserwerk, wo industriell-technische Ausstellungsstücke zu sehen sind.
Das bedeutendste Museum Colmars aber dürfte das „Musée d’Unterlinden“ sein, das sich mit den Pariser Museen messen kann. Es zeigt Werke unter anderem von Grünewald, Lucas Cranach und Hans Holbein (jeweils die Älteren). Da wegen des beschränkten Platzes immer nur ein Teil des Bestandes ausgestellt werden kann, ist für 2012 eine Erweiterung geplant.
Die Colmarer Stadtbibliothek ist mit seinen weit über 2.000 Inkunabeln-Bänden für Buchhistoriker von Bedeutung.
Das internationale Festival klassischer Musik findet seit 1980 jeden Sommer statt und untersteht seit 1989 dem russischen Violinvirtuosen Vladimir Spivakov.
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