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Istrien

Ideales Klima

Istrien ist eine Halbinsel knapp von der Größe Mallorcas. Sie liegt im Norden der Adria zwischen dem Golf von Triest und der Kvarner-Bucht. Die Halbinsel gehört im Norden zu Slowenien, der größere südliche Teil gehört zu Kroatien, und ganze 13 Quadratkilometer nahe Triest gehören zu Italien; allerdings lebt an der Westküste eine nicht unbedeutende italienische Minderheit, und in nördlichen Gebirgsregionen spricht man noch rumänische Dialekte. Die meisten Istrier leben an der Küste und dort vom Fremdenverkehr, denn Istrien ist mit seinen nicht zu heißen Sommern und milden Wintern ein beliebtes Reiseziel.

Istriens Geschichte

Der Name der Halbinsel geht auf den Stamm der Istrier oder Histrier zurück, die auf der Halbinsel und am Nordufer der Adria lebten, und zwar noch eine ganze Weile, nachdem Rom 178 v. Chr. ihrem Piratendasein militärisch ein Ende gemacht hatte. Denn erst 58 v. Chr. begann unter Julius Caesar die Kolonisierung und damit Romanisierung Istriens.
Nach dem Ende des römischen Reiches fielen im Zuge der Völkerwanderung im 6. Jahrhundert erstmals Slawen in Istrien ein und wurden sesshaft, bis der Sohn Karls des Großen die Halbinsel Ende des 8. Jahrhunderts seinem fränkischen Reich einverleibte. Ab dem 13. Jahrhundert verstärkte sich der Einfluss der Großmacht Venezien immer mehr, besonders auf die Städte der Westküste, und hielt rund vierhundert Jahre an, was den Küstenstädten heute noch anzusehen ist. Zur Zeit Napoleons war Istrien Verschiebemasse zwischen Österreich-Ungarn und Frankreich, bis es nach dem ersten Weltkrieg an Italien fiel, das schon seit längerem Ansprüche geltend gemacht hatte. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Besatzung durch die deutsche Wehrmacht endete, fielen jugoslawische Partisanenverbände über italienische Einwohner her aus Rache für die Unterdrückung, welche die stets vorhandene slawische Bevölkerungsmehrheit auf Istrien auch während der italienischen Herrschaft erdulden musste. Dieser Terror endete erst mit der amerikanischen Besatzung Triests; allerdings wurde die Vertreibung der Italiener unter dem neuen Einiger der Jugoslawen Tito fortgesetzt.

Pula

Mit rund 60.000 Einwohnern ist Pula an der Südspitze Istriens dessen größte und bedeutendste Stadt. Knapp drei Viertel sind Kroaten; Serben und Italiener stellen mit je etwa 5 Prozent der Einwohnerschaft den größten Teil der Minderheiten.
Bereits 177 vor Christus wurde Pula von den Römern erobert. Auch nach dem Ende des weströmischen Reichs gab es nur eine vergleichsweise kurze Zeit unter den Ostgoten, bevor Pula unter Kaiser Justinian wieder (ost-)römisch wurde. Als auch Byzanz verging, übernahm die Republik Venedig die Herrschaft in Südistrien.
Wichtigste Sehenswürdigkeit ist das Amphitheater, eines der größten der Welt. Gebaut von Kaiser Augustus zu Beginn der Zeitzählung und rund siebzig Jahre später erweitert von Vespasian (der auch das römische Kolosseum errichten ließ), fasst es heute 23.000 Besucher, die Opern, Konzerte oder Theateraufführungen besuchen. Die Akustik des Theaters gilt als ausgezeichnet, und auch als Drehort für Gladiatorenfilme hat es schon hergehalten.

Der Nationalpark Brioni

Er umfasst eine kleine Inselgruppe unweit von Pula in der adriatischen See. Nur auf einer der vierzehn Inseln – auf Veli, der mit Abstand größten – gibt es überhaupt Gebäude, und nur hier ist das Anlegen mit Privatbooten erlaubt. Gegründet wurde der Nationalpark 1983, wenige Jahre nach dem Tod des jugoslawischen Staatsgründers Josip Broz Tito, der die Inseln nach dem Zweiten Weltkrieg für seine Residenzen beansprucht und damit allgemeinem Zugang entzogen hatte. Vor dem Ersten Weltkrieg waren die Inseln ein Refugium der Reichen, Schönen und Künstlerischen, was jedoch erst möglich wurde, nachdem Robert Koch Brioni von der Anophelesmücke und damit von der Verseuchung durch Malaria befreit hatte. Koch ist dafür ein Denkmal auf der Insel gewidmet.
Die Reichen und Schönen strecken heute wieder die Finger nach der Insel aus; geplant sind unter anderem ein Wellnesscenter, ein Casino, Hotels und Golfplätze, was die Umweltschützer mit Grauen erfüllt.

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