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Niedere Tatra
Gegenüber der Hohen Tatra
Die Niedere Tatra liegt in den Karpaten der Slowakei, südwestlich der Hohen Tatra gegenüber. Der knapp hundert Kilometer lange Hauptkamm verläuft von Westen nach Osten und liegt in weiten Teilen über der Baumgrenze von 1.500 Metern; höchster Berg ist der Ďumbier mit gut 2.000 Metern. Er gibt auch dem ganzen Westteil des Gebirges seinen Namen und ist Teil des Nationalparks Niedere Tatra. Ihn kreuzt der europäische Fernwanderweg E8.
Wichtigste Region des Gebirges ist das Demänova-Tal mit dem Jasná-Skigebiet. Vor dem Einsetzen des Tourismus waren die Höhenlagen Siedlungsorte von Schäfern, die den bekannten Liptauer Käse herstellten, der noch heute auch in Österreich ein üblicher Brotaufstrich ist.
Im Winter dominieren die Skitouristen das Gebiet zwischen dem Chopok, dem Tal Bystrá dolina, dem Ort Krupová und der Záhradky-Hütte im Norden. Eine Gondelbahn, fünf Sessellifte, sechzehn Schlepplifte und Pisten von blau bis schwarz lassen keinen Wunsch offen, wenn auch heute keine Skiweltcups mehr hier ausgetragen werden.
Unterhalb der Baumgrenze ist die Niedere Tatra dicht bewaldet, und neben Reh, Wildschwein und Hirsch leben hier auch noch Luchse und Braunbären. In den Hochlagen haben Gämsen und Murmeltiere ihre Heimat, und in den zahlreichen Höhlen der nördlichen Seitenkämme gibt es noch artenreiche Fledermausbestände.
Beeindruckende Höhlenwelt
In der Demänováer Tropfsteinhöhle (auch Freiheitshöhle genannt) etwa finden sich vier Arten, darunter die Kleine Hufeisennase und das Große Mausohr. Knochenfunde belegen, dass hier einst auch Höhlenbären logierten. Die Höhle, deren Eingang im kleinen Tal Točište liegt, wurde erst 1921 erschlossen, aber bereits kurz danach der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Doch auch wenn die Höhle heute besichtigt werden kann, ist die Höhlenforschung noch nicht abgeschlossen. In den letzten fünfziger und achtziger Jahren fand man Verbindungen – teils unter Wasser – zu Nachbarhöhlen. Schöpfer der Höhle ist der Demänovka-Bach, der auch heute noch hindurch fließt; ebenfalls noch heute wachsen die gelben, rosa und rot gefärbten Tropfsteine, was eine Seltenheit ist. Und seit 1993 werden gar Höhlenklima-Kuren angeboten.
Das Klima der anderen öffentlich zugänglichen Höhle der Region, der Demänováer Eishöhle, hat auch im Sommer wärmstenfalls 0°C; die Luftfeuchtigkeit liegt um 95 Prozent. So entstanden und entstehen eindrucksvolle Eisgebilde. Geschaffen vom Demänovská-Fluss, wurde die Höhle 1299 entdeckt. Gut ein Drittel der knapp 1.800 Meter langen Höhle ist für Besucher geöffnet. Sieben Fledermausarten leben hier, und auch hier fand man Knochen des Höhlenbärs – die man allerdings zunächst für Drachenknochen hielt, weswegen die Höhle früher Drachenhöhle hieß.
Ein Paradies
Zwischen Roznava und Spisská Nová Ves, im nordöstlichen Teil der Westkarpaten, liegt das "Slowakische Paradies". Mit seinen Wasserfällen, Schluchten und abenteuerlichen Wanderstiegen bietet es die Kulisse für ein unvergessliches Naturerlebnis. Von den zahlreichen Höhlen des Karstgebietes sticht die Eishöhle „Dobsinská“ heraus. Das UNESCO-Naturerbe mit seinen bis zu 110 Meter tiefen und gut 1.200 Meter langen Gängen liegt 40 Kilometer südlich von Poprad und kann ab Mai besucht werden. Bereits Anfang April ist die Floßfahrt auf dem Dunajec möglich, bei dem auf den traditionellen Holzflößen auch ein ebenso traditionelles slowakisches Picknick serviert wird.
Im Kurbad Herlany bei Kosice erwartet den Besucher ein echter Geysir – für Mitteleuropa sehr ungewöhnlich. Seit 120 Jahren schießt er alle anderthalb Tage eine 20 Meter hohe Wassersäule empor.
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