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Fuerteventura
Ein starkes Abenteuer?
Fuerteventura? Fuerte, soweit ist klar, bedeutet stark, mächtig, großartig. Aber dann? Ist Abenteuer gemeint - aventura? Oder der Wind – viento? Oder doch „glücklich“ – venturoso? Irgendwie stimmt ja alles.
Fuerteventura – von den Einheimischen „Feuerinsel“ genannt – gehört mit Lanzarote und Lobos zu den ältesten der Kanarischen Inseln, die alle vulkanischen Ursprungs sind. Sie besitzt mit rund 1.700 Quadratkilometern etwa die Fläche des Kantons Zürich (und ist damit nach Teneriffa die zweitgrößte der Kanaren), aber nur etwa ein Zehntel von dessen Einwohnern, nämlich rund 100.000.
Der Inselflughafen südlich der Hauptstadt Porto del Rosario ist heute vielleicht das wichtigste Bauwerk, denn die Insel lebt vom Tourismus.
Eine karge Schönheit
Anders als bei den westlichen Inseln hat der Passat auf Fuerteventura wenig Einfluss – er bläst die Wolken einfach über die flache Insel hinweg, während der Scirocco hin und wieder heiße, staubige Luft aus der Sahara bringt; Fuerteventura liegt schließlich in Sichtweite von Afrika. Zuweilen springen die Temperaturen während des Scirocco um 10 Grad hinauf, die Luft wird trocken und von Sand trübe, und manchmal kommt auch mehr als Sand, zum Beispiel ein Schwarm Wanderheuschrecken, der den Himmel noch ärger verfinstern kann. Diese Wetterlage nennen die Inselbewohner Calima. All dies verschafft Fuerteventura ein wüstenartiges Klima, und hier wächst auch nicht viel, denn wenn es im Winter doch mal regnet, fließt das Wasser fast ungehindert ins Meer ab; die Erosion ist gewaltig. Was noch angebaut wird, ist eine Wüstenpflanze wie Aloe Vera. Und Ziegen gibt es, wilde wie gezüchtete; bis 1956 hieß die Inselhauptstadt gar noch „Hafen der Ziegen“ statt Hafen von Rosario.
Strände, Strände, Strände
Für den Strandurlaub jedoch sind diese Bedingungen, die das Landesinnere so karg machen, ideal, denn seinetwegen kommt der Feriengast hierher, seitdem man mit Entsalzungsanlagen das gröbste Wasserproblem gelöst hat. Bei den Stränden lässt Fuerteventura ihre Schwesterinseln hinter sich. Die gleichmäßigen Winde machen vornehmlich die Oststrände zu einem Dorado für Wind- und Kitesurfer, während die klassischen Wellenreiter eher die westlichen Strände bevorzugen. Im Westen findet sich auch die sehenswerte Steilküste.
Doch selbst Wanderungen durchs Innere werden bei europäischen Touristen immer beliebter, auch wenn diese Urlaubsform auf Fuerteventura noch in den Kinderschuhen steckt. Man sollte aber schon in der Lage sein, in einem „kahlen Totenschädel die Schönheit eines Kopfes zu entdecken“, wie der baskische Dichter, Philosoph und Rektor der Universität von Salamanca Miguel de Unamuono es einmal ausdrückte, der 1924 vom Diktator Primo de Rivera wegen Majestätsbeleidigung auf die Insel verbannt worden war. Sein Inseldomizil ist heute ein Museum. Dieser „kahle Totenschädel“ ist mit seinen zahlreichen Vulkankegeln und bizarren Felsgestalten tatsächlich beeindruckend.
Mit historischen oder kulturellen Raritäten kann Fuerteventura sich nicht hervortun; einiges Sehenswerte gibt es aber doch. Betancuria etwas westlich der Inselmitte ist benannt nach dem französischen Adligen Jean de Béthencourt, der im Auftrag des kastilischen Königs Anfang des 15. Jahrhunderts einige der kanarischen Inseln eroberte. Auch wenn Antigua und danach Porto del Rosario später zu Inselhauptstädten wurden, so hatte doch zunächst Betancuria diese Stelle inne, und die Stadt steht heute als Ganzes unter Denkmalschutz. Die Kirche Santa Maria oder das Stadtmuseum sind Besuche wert, ebenso wie die Kirche „Nuestra Señora de la Antigua“ im gleichnamigen Städtchen östlich von Betancuria.
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