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Montafon

Aufstieg im Montafon

Warum muss man 3.609 Treppenstufen in einem sportlichen Wettkampf laufen, wo es so herrliche Berge rundherum gibt? Die Frage kann Ihnen vielleicht ein Partener beantworten. Die Gemeinde Partenen richtet seit 1999 den „Treppencup“ aus, bei dem die Läufer von der Talstation der Vermuntbahn rund 700 Höhenmeter überwinden. Gebaut wurde die „Europatreppe“, Österreichs längste und angeblich Europas längste gerade Treppe, 1928 als Inspektionsweg für die Vermuntbahn, damals noch eine Schrägaufzugbahn der Vorarlberger Illwerke. Heute ist sie durch eine Seilbahn ersetzt, die Treppe aber gibt es immer noch, „Zwölfer“ von den Einheimischen genannt nach ihren zwölf Abschnitten mit unterschiedlicher Steigung.

Das Montafon ist ein knapp 40 Kilometer langes Tal in Vorarlberg. Die Ill (die „Eilige“) entspringt in der Silvretta und durchfließt das Montafon, bevor sie bei Meiningen in den Rhein fließt. Drei Gebirgszüge kesseln das Montafon ein: Die Kalkfelsen des Rätikon im Nordwesten, die Verwallgruppe im Nordosten und die Silvretta im Süden.
Die Gebirgsgruppe der Silvretta hat außerdem Teile im schweizerischen Graubünden und im österreichischen Tirol. Mit vielen Dreitausendern und Gletschern ist sie besonders von der österreichischen Seite eine Attraktion für Alpinisten, wenn auch der größte Teil der Silvretta und deren höchster Berg, der Piz Linard, in der Schweiz liegen.

Montafon?

Theorien gibt es viele, Gewissheiten keine, was die Herkunft des Namens Montafon anbelangt; sicher ist nur seine Abstammung aus dem Rätoromanischen. Denn vor dem Tourismus war jahrhundertelang, ja seit über tausend Jahren der Bergbau im Silbertal – der Name sagt es – Haupteinnahmequelle des Montafons und lockte Einwanderer aus der rätoromanischen Schweiz an. Das Silbertal ist ein Seitental im Nordosten des Montafons, und außer Silber wurde auch Eisen und Kupfer abgebaut. Einen Eindruck des damaligen Bergbaus kann man sich im Silbertaler Bergbaumuseum verschaffen.

Heute machen die Montafoner mit der durchdacht genutzten Wasserkraft ihrer vielen Stauseen gute Geschäfte, die Haupteinnahmequelle ist aber natürlich der Tourismus, und der besonders im Winter. Mit den für Anfänger geeigneten Gebieten Gargellen, Kristberg und Grabs, der anspruchsvolleren Bielerhöhe, drei kilometerlangen Rodelbahnen, Loipen, Wanderrouten, Eisstockschießen, Pferdeschlittenfahrten sowie Kost und Logis für jeden Geldbeutel – von der einfachen Berghütte bis zum Sternehotel – ist für alle etwas dabei.

Schruns

Hauptort des Montafons ist Schruns, eine 3.900-Einwohner-Gemeinde in 690 Metern Höhe am Eingang des Silbertals. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg schlossen sich die Wintersportvereine des Tals zusammen zum Skiclub Montafon, und der Name Schruns wurde bei Skisportbegeisterten immer bekannter. Besonders die sogenannten „Goldschlüsselrennen“ (der Name bezieht sich auf das Montafoner Wappen) des Weltcups von 1963 bis 1983 trugen zum Ansehen bei.

Doch zwischen den vielfältigen sporttouristischen Angeboten sollten die übrigen Sehenswürdigkeiten von Schruns nicht untergehen, etwa die Kirche des Heiligen Jodok, eines Bretonen von adliger Abstammung, der sich im frühen Mittelalter dem Priestertum zuwandte. Das Besondere der Pfarrkirche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (nur der Zwiebelturm ist fast zweihundert Jahre älter) ist ihr reichhaltiges Innere im rein gebliebenen Nazarenerstil, der um die vorvergangene Jahrhundertwende blühte. Anfang der 1980er Jahre wurde die Kirche ganz restauriert.

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