|
Zakynthos
Unruhiger Untergrund
Muss man wagemutig sein, um nach Zakynthos zu reisen? Immerhin liegt die Insel neben dem Hellenischen Graben, wo zwei große Kontinentalplatten aufeinander treffen. Sie gehört zu den am meisten erdbebengefährdeten Gebieten Griechenlands. Allerdings liegt das letzte schwere Beben über ein halbes Jahrhundert zurück.
Geschichte
146 v. Chr. fiel die Insel von griechischer in römische Hand, nach der Teilung des Römischen Reichs etwa 550 Jahre später in oströmische. Dort blieb sie bis zum Jahr 1185, in dem die Normannen die Insel eroberten; doch schon 1209 unterstellte sich die Herrscherfamilie von Zakynthos der Republik Venedig; und 1482 geriet die Insel endgültig unter venezianische Herrschaft. Die endete 1797, als Napoleon sich am Ende des Ersten Koalitionskrieges auch Zakynthos aneignet. Zwei Jahre später verliert er sie allerdings schon wieder durch eine Intervention des osmanischen Reiches und Russlands. Die Ionische Republik wird gegründet, zu der auch Zakynthos zählt. 1807 ist Napoleon wieder erstarkt und gewinnt die Ionischen Inseln und damit Zakynthos zurück, doch wieder nicht für lange. Schon zwei Jahre später machen die Briten die Insel zu ihrer Kolonie, und obwohl der neugriechische Staat schon 1821 gegründet wird, bleibt Zakynthos bis 1864 unter britischer Regentschaft. Während des zweiten Weltkrieges besetzen zunächst Italiener, dann die deutsch Wehrmacht die Insel, und zwar bis 1944.
Heute hat der Tourismus die Landwirtschaft und den Fischfang als Haupterwerb der Inselbewohner abgelöst. Südfrüchte, Wein und Korinthen wurden angebaut, vor allem aber Oliven, deren Anbaufläche während der englischen Kolonialzeit über zwei Drittel der Inselfläche betrug.
Sehenswertes
Die Südstrände der Insel, insgesamt fünfeinhalb Kilometer, sind ein Schutzgebiet der Unechten Karettschildkröte, die vom Aussterben bedroht ist und hier ihre Eier ablegt. Gatter schützen dann die Gelege, und Motorboote sind an diesem Strandabschnitt verboten.
Für Gerätetaucher zählen die Unterwasserhöhlen von Keri im Inselsüden zu den reizvollsten Plätzen des Mittelmeeres. Der Reichtum an Höhlen, die Vielfalt der Unterwasserflora und die verborgenen Strände machen das Gebiet unvergesslich.
Aber auch die Blauen Höhlen im Norden der Insel sind einen Besuch wert; sie lassen sich bestens per Boot besichtigen. Wer darin schnorchelt, den wird der malvenfarbigen Seetang beeindrucken, der die Felsen überwuchert. Zusammen mit dem weißen Sandboden reflektiert er das Sonnenlicht in einem wunderschönen Blauton.
Ein besonderes Blau besitzt auch die Schiffswrack-Bucht im Nordwesten der Insel. Hervorgerufen wird es durch herausgewaschene Porzellanerde. Das Wrack stammt von einem alten Zigarettenschmuggler.
Vorbei am Dorf Keri und dann aufwärts, und man gelangt zum Leuchtturm von Keri. Von hier hat man einen fantastischen Blick über die Westküste von Zakynthos. Die „Tanzenden Felsen“ haben ihren Namen von alters her. Sie sollen – von einem Erdbeben in Bewegung versetzt – das Schiff des Odysseus zerschmettert haben, der auf dem Heimweg vom Trojanischen Krieg versuchte, just in diesem Moment zwischen ihnen hindurch zu segeln. Vielleicht war aber auch bloß der Steuermann betrunken.
Sehenswert sind auch die Ruinen von Sarakina nahe Pantokratoras, wo die wohlhabende Familie Loutsi, reich durch Grundbesitz und Herstellung von Olivenöl, einst einen großen Palast errichtet hatte.
Vier Kilometer entfernt von Katastari in Richtung des Steinbruchs führt eine schmale Straße zum Kloster des Heiligen Johannes des Enthaupteten. Vor vielen Jahrhunderten war es ein Nonnenkloster. Heute lebt nur ein freundlicher Mönch darin, der dem Besucher vielleicht die Klosterreliquien zeigt.
Unser Ferienhaus-Tipp

|