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Teneriffa

Begehrte Station der Seefahrer

Teneriffa, mit gut 2.000 Quadratkilometern die größte Insel der Kanaren, war ein Zankapfel der Begehrlichkeiten, seitdem die spanische Krone am Ende des 15. Jahrhunderts die Eingeborenen der Insel, die Guanchen, endgültig unterworfen hatte. Der Marineoffizier Alonso Fernández de Lugo, der mit der Eroberung Teneriffas beauftragt war, erlitt im Mai 1494 allerdings zunächst eine bittere Niederlage gegen die Eingeborenen. In Gedenken an diese Schlacht heißt der damalige Landungsort der Spanier, Acentejo, heute La Matanza de Acentejo: Gemetzel von Acentejo. Erst zwei Jahre später gelang de Lugo, die Insel endgültig einzunehmen, und kurz danach gründete er San Cristóbal de La Laguna als Hauptstadt der Insel, wo er sich als Adelantado niederzulassen gedachte, als ein mit weitgehenden Vollmachten ausgestatteter Vertreter der spanischen Krone.

Das milde, ausgeglichene Klima und die fruchtbare Nordseite machten Teneriffa zusammen mit der günstigen Lage als Station für eine Atlantiküberquerung auch für die Seemacht Großbritannien attraktiv. Die streckte im 17. und im 18. Jahrhundert ihren militärischen Arm nach Teneriffa aus, doch selbst der sonst ungeschlagene englische Held Admiral Nelson blieb erfolglos; die Festungskanone, die ihn um seinen linken Arm gebracht haben soll, ist heute im Militärmuseum der Hauptstadt Santa Cruz ausgestellt.

Was die Militärs nicht schafften, gelang auf ihre Weise den Touristen: Engländer stellen seit Beginn des Tourismusbooms auf Teneriffa in den 1950er Jahren bis heute den größten Teil der Urlauber.

Jahrtausendbaum

Feuchten Passatwinden verdankt Teneriffas Norden seine üppige Vegetation, während Süden und Westen trocken sind. Bekannt ist Teneriffa für seine Drachenbäume, deren berühmtester in Icod de los Vinos im Norden der Insel steht. Dem „Drago Milenario“, siebzehn Meter hoch und mit einem Stammumfang von sechs Metern, sagen die Einwohner gern 3.000 Lebensjahre nach, doch für Botaniker ist er lediglich mehrere hundert Jahre alt. Weil der Drachenbaum kein echter Baum ist, bildet er keine Jahresringe.

Schon der berühmte Forschungsreisende Alexander von Humboldt war von der Aussicht beeindruckt, die der Gipfel des höchsten spanischen Berges, des Teide, dem Kletterer bot. Allerdings muss man heute nicht mehr die ganzen 3.718 Meter hinaufklettern; inzwischen gibt es eine Seilbahn. Die weitgehend kahlen Hänge des Gipfels erheben sich in einer der größten Calderen der Welt, der Las Cañadas (eine Caldera ist ein Krater, der nach der Explosion oder dem Einsturz eines Vulkankegels zurückbleibt), die 17 Kilometer durchmisst. Wie die übrigen Kanaren ist auch Teneriffa vulkanischen Ursprungs. Der Teide ist seit 1954 Naturschutzgebiet und seit 2007 Teil des UNESCO-Welterbes.

La Laguna

Der Name der Stadt stammt von einem See, der seit langem ausgetrocknet ist. Auch nachdem der Verwaltungssitz der Insel 1723 ins benachbarte Santa Cruz verlegt wurde – dort gab es einen Hafen, der für den anwachsenden Handel mit Übersee immer wichtiger wurde –, behielt La Laguna seine kulturelle Bedeutung. 1817 gründete man hier die einzige Universität Teneriffas, 1818 wurde die Stadt Bischofssitz. Der altspanische Kolonialstil hat sich – trotz der 10.000 Studenten, die während des Semesters die Stadt bevölkern – in dem geistigen Zentrum La Laguna erhalten wie in keiner anderen kanarischen Stadt.

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