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Acapulco

Die Schilfebene

Rund 300 km südlich von Mexico-City am Pazifik liegt Acapulco. „Ebene von dichtem Schilf“ soll das im Ur-Mexikanisch heißen, dem „Nahuatl“ der Azteken, deren Nachfahren bis zur Entdeckung durch Hernán Cortéz 1531 die Region und einen wichtigen Seehafen als Endpunkt für Verbindungen nach Asien beherrschten. Auch die Spanier nutzten diesen Hafen, und Acapulco hatte Ende des 18. Jahrhunderts das spanische Monopol im Ostindien-Handel inne. Das Schicksal der Stadt folgt einer Wellenlinie, gezeichnet von wirtschaftlicher Blüte, Unabhängigkeitskriegen und Erdbeben. In den 1950er Jahren sorgte der Schweizer Teddy Stauffer für einen neuerlichen Anstieg dieser Linie. Acapulco war zu der Zeit ein 8.000-Seelen-Fischerdorf. Stauffer, in den 1930er Jahren ein gefragter Swing-Bandleader in Deutschland, blieb nach einem Engagement auf einem Kreuzfahrtschiff in den USA, um sich als Filmkomponist zu versuchen. Ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung für die Staaten musste er nach Mexico ausweichen, wo er in Acapulco seine neue Heimat fand, eine Diskothek gründete, mehrere Hotels leitete und die Filmprominenz Hollywoods anlockte.

Wo Tarzan ruht

Zu der gehörte auch der Hollywood-Cowboy John Wayne, der mit einigen anderen Filmprominenten, unter anderem dem mehrfachen Olympiasieger, Weltrekordler und berühmtesten Tarzan der Welt, Johnny Weissmüller, das Hotel „Die Flamingos“ kaufte. Weissmüller ließ sich in seinen späten Jahren sogar hier nieder und nach seinem Tode begraben. Sein Grab trägt nur die Inschrift: „Johnny Weissmüller, Tarzan“.

Acapulco liegt in den Breiten des Sudans und Saudi-Arabiens, bietet also ganzjährig Wärme bis Hitze. Es ist unnötig, sich diesen Temperaturen in Acapulcos Altstadt auszusetzen; sie gilt als wenig reizvoll. Vielleicht mit Ausnahme des Fuerte de San Diego, einem spanischen Trutzbau vom Anfang des 17. Jahrhunderts mit sternförmigem Grundriss, in dem sich heute das historische Museum der Stadt befindet. Untypischerweise ist es auch für Kinder anziehend, erfährt man hier doch unverzichtbares Wissen über das Leben von Piraten.

Mit seinen Stränden macht die Stadt vieles wett, was der Altstadt fehlt. Eigentlich ist es ein einziger langer Strand: Rund 20 Kilometer säumen die gesamte Bucht, und wer Nachtleben in Massendiskos und Stimmung rund um die Uhr sucht, ist hier richtig. Wer es ruhiger mag, kann mit dem Bus ins zehn Kilometer nördlich gelegene Pie de la Cuesta ausweichen, wo man in der Laguna Coyuca ein Motorboot mieten und sich seinen einsamen Strand suchen kann.

Felsenspringer

Die Felsenspringer von Acapulco sind weltberühmt. Ursprünglich waren es Perlentaucher, Männer wie Frauen, die einander an den Klippen von La Quebrada im Westen der großen Bucht ihren Wagemut demonstrierten. Auch wenn oft von über 40 Metern geraunt wird: Von „nur“ etwa 26 Metern Höhe stürzen sie sich spektakulär in die Fluten – buchstäblich, denn das Wasser ist nur bei Flut tief genug – zum Ergötzen der Touristen, die von der gegenüberliegenden Aussichtsterrasse gegen Eintritt zusehen. Und das auch bei Dunkelheit; dann nehmen die Springer in jeder Hand eine Fackel mit in die Tiefe.

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