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Adriainsel Rab
Sonnenparadies vor der dalmatinischen Küste
Die Insel Rab gut zwei Kilometer vor der dalmatinischen Küste unterstand im Laufe der Jahrhunderte den wechselnden Herren der Adria, von den Phöniziern bis zu den Byzantinern, Kreuzzüglern und Kroaten.
Die gleichnamige Hauptstadt, bereits vor der Zeitenwende gegründet, bekam unter der römischen Herrschaft den Status eines Municipiums, einer weitgehend selbständigen Siedlung, und durfte als erste in Dalmatien den Zusatz „felix“ (glücklich) tragen. Im 6. Jahrhundert wurde sie Bischofssitz, und nach einem verheerenden Pesteinfall wurde sie Mitte des 15. Jahrhunderts im Renaissancestil erneuert, doch wesentliche Teile der antiken Altstadt blieben erhalten. Während des 19. Jahrhunderts gehörte Rab zum Königreich Dalmatien unter habsburgischer Herrschaft. Heute hat die Stadt knapp 10.000 Einwohner.
Die Hauptstadt mit der reizvoll verwinkelten Altstadt Kaldanac bietet Raum und Ambiente für abendliche Unternehmungen und kulturelle Veranstaltungen. Die Form der spitz zulaufenden Raber Halbinsel ruft zusammen mit den vier in einer Reihe stehenden Glockentürmen den Eindruck eines Viermast-Seglers hervor.
Tourismus mit langer Tradition
Vater des Fremdenverkehrs auf Rab war vielleicht der venezianische Forschungsreisende Alberto Fortis, dessen „Reise in Dalmatien“ von 1774 für lange Zeit das maßgebliche Werk nicht nur für die späteren Herrscher Frankreich und Österreich war, um Land und Leute kennenzulernen. Gut hundert Jahre später wurde auf Anregung zweier österreichischer Professoren, die das günstige Klima schätzen gelernt hatten, die „Gesellschaft zur Verschönerung der Stadt und der Umgebung“ gegründet. Dies war die Geburtsstunde des modernen Tourismus auf Rab.
Der erste Blick täuscht
Die Insel gehört zu den nördlichen Adriainseln und liegt in der Kvarner Bucht. Die 22 Kilometer lange Nadel in Nordwest-Südost-Richtung hat etwas mehr Fläche als Würzburg. Abholzung, Erosion und die von Osten blasende Bora haben die Ostküste, die dem Festland zugewandt ist, in eine Karstlandschaft verwandelt. Doch dank des Berges Kamenjak zeigt sich die Insel im Westen von einer ganz anderen Seite, nämlich mit knapp 2.500 jährlichen Sonnenstunden, mit Eichenwäldern, Weinreben, Maulbeer- und Olivenbäumen. Herbst, Frühling und Winter werden von der kalten, trockenen Bora und dem Jugo beherrscht, einem warm-feuchten Südostwind, während der sanfte Mistral im Sommer die Schwüle vertreibt. Dann sind Wasser und Luft angenehm warm; die Winter sind mild. An über 140 Tagen des Jahres erreicht das Thermometer mindestens 18°C. Während der Sommermonate drängen sich denn auch zahlreiche Touristen in den acht Inselorten, etwa am rund anderthalb Kilometer langen Paradiesstrand im nordwestlichen Lopar oder an der Drager Bucht im Norden, die windgeschützt und mit seichtem Wasser viele Vogelarten anlockt, von denen manche hier überwintern.
Aus Lopar stammt übrigens Marin, ein christlicher Steinmetz, der im Jahre 300 die Insel verließ, um im aufstrebenden Rimini an der gegenüberliegenden Adriaküste zu arbeiten. Vor der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian flüchtete er auf den Berg Titano, wo sich bald weitere Gleichgesinnte ansiedelten und im Laufe der Zeit die erste Republik der Welt gründeten, und allen Annexionsversuchen zum Trotz existiert der Winzstaat noch heute: San Marino.
Die Basilika des Heiligen Petrus in Supetarska Draga stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist die älteste erhaltene Kirche auf Rab. Sie zieht mit ihrer schlichten Schönheit nicht nur Gläubige an. Am 25. Juli finden zu Ehren des Insel-Schutzpatrons, des Heiligen Christophorus, auf der Insel Ritterspiele statt. Als im 11. Jahrhundert italische Normannen die Insel von See her einzunehmen drohten, soll allein die Beschwörung des Heiligen Christophorus gereicht haben, die Seefahrer zu vertreiben.
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