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Aruba

Die ABC-Inseln

Die karibische Insel Aruba bildet zusammen mit Bonaire und Curaçao die sogenannten ABC-Inseln, und diese wiederum gehören zu demjenigen Teil der Kleinen Antillen, die man „Inseln unter dem Winde“ nennt, weil sie nahe der südamerikanischen Küste dem Nordostpassat nicht so stark ausgeliefert sind und dadurch ein trockeneres Klima besitzen als die „Inseln über dem Winde“, die weiter nordöstlich liegen.

Teil der Niederlande

Aruba gehört, anders als Bonaire und Curaçao, seit Mitte der 1980er Jahre nicht mehr zu den Niederländischen Antillen, formal allerdings noch zu den Niederlanden. Sie hat aber eine eigene Verfassung, eine eigene Regierung, eigene Fahne und Währung.
Die Niederländische Krone kaufte die Insel 1636 von den Spaniern, die sie um 1499 entdeckt hatten. Hauptstadt ist das rund 30.000 Einwohner starke Oranjestad, das nicht nur nach Holland klingt. Auch die bunten und luftigen Häuser erinnern stark an niederländische Bauweise.
Auf dem internationalen Flughafen Königin Beatrix landen Jets aus aller Welt, und im Tiefseehafen gehen regelmäßig große Kreuzfahrtschiffe vor Anker.

Gesprochen wird Papiamentu, eine Kreolsprache aus hauptsächlich Spanisch, Portugiesisch und Niederländisch mit weiteren Einsprengseln von Englisch und Französisch.

Insel des roten Goldes

Die von Südost nach Nordwest langgestreckte, leicht hügelige Insel (die höchste Erhebung misst knapp 190 Meter) ist einen Hauch größer als Fehmarn und hat gut 70.000 Einwohner. Deren Haupterwerb war im 19. Jahrhundert die Arbeit in Goldminen und Goldschmelzen nahe dem nördlichen Budui. Der Inselname leitet sich von „Oro ruba“ oder „Aurum ruber“ ab, dem „roten Gold“. Abgelöst wurde die Goldförderung als Haupteinnahmequelle zunächst vom Export von Phosphor über den Hafen von San Nicolas im Süden der Insel. Doch bald wurde hier eine Erdölraffinerie gebaut, die in den 1950er Jahren bis zu 20.000 Menschen Arbeit verschaffte. Mitte der 1980er Jahre musste das Werk schließen, doch eröffnete es bereits 1991 wieder. Heute verdient ein großer Teil der Inselbewohner sein Geld mit dem Tourismus.

Endlose Puderzuckerstrände

Die Touristen kommen vor allem der sehr langen, weißen und feinsandigen Strände wegen, von denen zwei besondere Anziehungskraft haben: der vorwiegend von Einheimischen besuchte Adlerstrand mit einigen flach gebauten, unaufdringlichen Hotelanlagen und der Palmenstrand mit großen und vielstöckigen Ferienkomplexen. Getrennt werden diese beiden Areale durch das Vogelschutzgebiet Bubali, das einen Beobachtungsturm besitzt und dessen künstliche Seen von einem eigenen Wasserwerk gespeist werden.

Die Natürliche Brücke

Die Fotografen karibischer Ansichtskarten wären um eines ihrer wichtigsten Motive ärmer, stürzte die Natürliche Brücke an der Nordküste der Insel ein. Acht Meter über dem Meer erstreckt sich diese Formation aus Korallengestein über eine Länge von 33 Metern. Und man kann sie auch betreten.

Arikok-Nationalpark

Knapp ein Fünftel der Landfläche nahe der Inselmitte überspannt ein Nationalpark namens Arikok, den zahlreiche Wanderwege durchziehen. Die vielen exotischen Tiere und Pflanzen kann man sich auch auf einer Führung zeigen lassen. Hervorzuheben ist etwa der Divi-divi-Baum, der einen Kompass ersetzen kann: Wo er hinzeigt, ist Südwesten, denn er beugt sich dem konstant blasenden Nordostpassat. Außerdem gibt es viele tropische Blütenpflanzen, Aloe und Kakteen zu bewundern, zwischen denen Leguane umherstreichen. Die über 9 Millionen Dollar Kosten, die der Regierungsplan für die Erschließung des Nationalparks vorsieht, sind für eine derart kleine Volkswirtschaft ein immenser Betrag.

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