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Oman
Staatsstreich
Kabus Ibn Said war der einzige Sohn des Sultans Sayyid Said, der den Oman seit 1932 regierte. 1958 schickte der Sultan ihn nach England zur Ausbildung. In der Militärakademie Sandhurst sollte er alles lernen, was zum Aufbau einer modernen omanischen Armee gebraucht wurde. Kabus wurde Leutnant und tat in dieser Zeit sogar sieben Monate Dienst bei der Rheinarmee im deutschen Minden. Anschließend bildete er sich in Fragen von Wirtschaft und Verwaltung und reiste mehrere Monate um die Welt. 1964 kehrte er in den Oman zurück.
Sein Vater hätte es vielleicht wissen müssen. Die Ausbildung in einem modernen westlichen Staat hatte Kabus Ibn Said erkennen lassen, dass sein Vater das Sultanat an der Südostecke der arabischen Halbinsel im Mittelalter hielt. 1970 wagte er deshalb mit Gefolgsleuten den Umsturz, doch der alte Sultan widersetzte sich. In einer filmreifen Aktion schoss er wild umher und sich selbst schließlich in den Fuß. Bald darauf wurde er ins englische Exil gebracht, wo er nicht viel später starb.
Dhofar
Kabus Ibn Said krempelte die Ärmel hoch und das Land um. Zuerst galt es, die vom Jemen aufgestachelte südwestliche Region Dhofar zu befrieden. Die großen omanischen Wüsten waren über Jahrhunderte eine Barriere zwischen dem Dhofar und dem Norden Omans; die Dhofaris stammten nicht von arabischen Völkern ab, sondern von Abessiniern und Somali. Einst wurde in Dhofar der in der Antike begehrte Weihrauch angebaut. Heute ist er die einzige Region Omans, die vom Monsun beeinflusst wird. Die Regenzeit bringt Pflanzengrün und gemäßigte Temperaturen in eine Weltgegend, die sonst vom Wüstenklima beherrscht wird. Diese Attraktion zieht regelmäßig Reisende an, vorwiegend aus dem Oman selbst.
Zunächst musste sich Kabus Ibn Said selbst eines Putschversuches der Volksfront erwehren, doch Anfang der 1970er Jahre gelang ihm, die dhofarische Guerilla zurückzudrängen. Jetzt öffnete er Oman und machte das Sultanat binnen Kurzem zum Mitglied der UNO und der Arabischen Liga. Ein¬- und Ausreise wurden liberalisiert, der IWF half bei der Aufstellung eines Fünfjahresplanes bis 1980. Industrie wurde geschaffen, die Landwirtschaft – bisher fast einzige Einnahmequelle – modernisiert. Ohne Hunderttausende indischer Gastarbeiter wäre dies kaum möglich gewesen. Und sicher auch nicht ohne das Erdöl, das seit 1967 exportiert wird. Nach der Ölkrise von 1973 steigerten sich die Einnahmen Omans noch einmal beträchtlich. In den 1980er Jahren begann eine Zusammenarbeit mit anderen arabischen Staaten.
Die Modernisierung der Gesellschaft hat allerdings nur erste Ansätze von Demokratisierung mit sich gebracht. Kabus Ibn Said ist nach wie vor unumschränkter Herrscher; immerhin gibt es seit 1991 einen Staatsrat, auch wenn der vollständig vom Sultan ernannt wird und nur beratende Funktion hat.
Landschaft und Klima
Im Oman überwiegen die Wüsten. Das Klima ist deswegen für Mitteleuropäer im Sommer kaum erträglich. Zu der extremen Hitze jenseits der 40°C kommt noch hohe Luftfeuchtigkeit. Zwischen Oktober und März sind die Temperaturen nicht nur wesentlich angenehmer, zwischen 17°C in der Nacht und 30°C am Tag, die Luft ist dann auch trocken und sehr klar.
Der Westen Omans ist geprägt vom östlichen Ausläufer der Großen Arabischen Wüste. Im Norden zieht sich das Hajar-Gebirge über 650 Kilometer am Golf von Oman entlang; seine Gipfel erreichen über 3.000 Meter. Vor ihm liegt die 30 Kilometer breite Küstenebene Al-Batinah mit den wenigen fruchtbaren Böden des Oman.
Maskat
Omans Hauptstadt ist eigentlich eine Region aus mehreren Orten: dem historischen Alt-Maskat, Mutrah, Ruwi, Qurum, al-Khuwair und Bowshar. Ein Erlass des Sultans verpflichtet jeden Bauherren, dem arabischen Baustil treu zu bleiben.
Im 16. Jahrhundert trat Maskat erstmals in den Sicht- und Interessenkreis Europas, als die Seemacht Portugal 1507 die Stadt besetzte, um den Handel im Persischen Golf zu kontrollieren. Knapp 150 Jahre später wurden die Portugiesen wieder vertrieben. Maskat wurde zu einer der wichtigsten Handelsstationen zwischen Afrika und Asien; zur Hauptstadt des Oman wurde die Stadt allerdings erst Anfang des 19. Jahrhunderts, nachdem Sultan Sayyid Hamad den Herrschaftssitz von Rustaq nach Maskat verlegt hatte.
Maskat ist heute eine moderne Stadt, in deren Großraum knapp 900.000 Menschen leben, knapp ein Drittel aller Omani. Qurum Beach, Bandar Al-Jissah und Yeti sind die Vorzeigestrände, Sehenswürdigkeiten die große Moschee des Sultans Kabus und die flankierenden Befestigungsanlagen.
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