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Kärntner Seen
Kärntner Seen
Kärnten, das südlichste Bundesland Österreichs, hat sehr viele Seen: über 1.200, wenn auch meist viele kleine, aber abwechslungsreiche. Mehr als die Hälfte liegt über 1.000 Meter hoch. Langsamer Wasseraustausch, viel Sonne und wenig Wind lassen die meisten der rund 200 Badeseen schon Mitte Juni 20°C warm werden, in Ufernähe oft deutlich mehr erreichen und erst im September wieder abkühlen. Der Klopeiner See östlich von Klagenfurt rühmt sich gar, mit 28°C Europas wärmster Badesee zu sein. Fünf Sechstel der gesamten Kärntner Seenfläche nehmen die vier Großen ein: Wörthersee (der flächengrößte), Millstätter See (der tiefste und wasserreichste), Ossiacher See und Weißensee (der höchstgelegene der großen Seen).
Diese Vier sind im Sommer die Zugpferde des Kärntner Tourismus, dem jeder fünfte Kärntner sein Einkommen verdankt.
Wörthersee
Der größte See Kärntens streckt sich westlich der Hauptstadt Klagenfurt in die Länge von über 16 Kilometern. Sein Name leitet sich von Werd = Insel ab, deren es ursprünglich vier gab: Schlangeninsel, Kapuzinerinsel, Maria Loretto und Maria Wörth. Die beiden letzten sind heute aber nur noch eine Halbinsel beim Ort Maria Wörth. Der See ist eine der ersten Kärntner Touristenregionen und diente seiner malerischen Lage wegen mehrfach als Filmkulisse. Das nahe Klagenfurt bietet zahlreiche sportliche und kulturelle Veranstaltungen von internationalem Rang.
Weißensee
Der Weißensee – oder der Weissensee? Die Gemeinde ist uneins. Offiziell schreibt sie sich jetzt mit Doppel-s, aber das tut sie dem internationalen Tourismus zuliebe, wovon Alteingesessene wenig begeistert sind – und auf „Weißensee“ bestehen. Er gehört seines sauberen, klaren Wassers wegen zu den beliebtesten Kärntner Seen, und trotz seiner Lage auf 930 Höhenmetern kann er im Sommer 25°C warm werden. Sein zu zwei Dritteln unverbautes Ufer lädt zum Wandern und Radfahren ein. Auf und im Wasser lassen sich die meisten Wassersportarten ausüben, ausgenommen, was mit privaten Motorbooten zu tun hat, denn die dürfen der Wasserqualität wegen nicht auf den See.
Der Weißensee ist aber nicht nur im Sommer eine Attraktion! Denn bisher kam es noch jedes Jahr, das 25 bis 80 Zentimeter dicke Eis. Dass der See verlässlich ab November zufriert, spielte bei den Kärntner Gastronomen lange keine Rolle; die Touristen kamen im Sommer oder zum Skifahren. Doch dann kam Bond. James Bond. Eine Autojagd auf dem Eis in dem Film Der Hauch des Todes machte den Weißensee bei Eisläufern schlagartig bekannt. 1989 kamen achthundert von ihnen, meist aus Holland, wo die 200 Kilometer lange Städtetour auf den Grachten Tradition hatte – aber kein verlässliches Eis mehr. Inzwischen kommen fünftausend Holländer zur zweiwöchigen Großveranstaltung auf der größten präparierten Natureisfläche der Welt. Nur die neuen unter ihnen erschrecken bei dem Glucksen, Knarren und Dröhnen, das die Eisdecke hin und wieder hören lässt. Dabei tummeln sich nicht nur Schlittschuhläufer auf dem See. Von Wanderern über Langläufer und Mountainbiker bis zu Spaziergängern ist alles vertreten. Sogar ein Golfturnier auf dem Eis gibt es und Eishockey verkehrtherum: Der Puck aus Styropor schwimmt unter dem Eis, die Spieler bewegen sich in Neoprenanzügen kopfüber im zwei Grad kalten Wasser – 2007 gab es hier die erste Weltmeisterschaft. Das Spiel lässt sich beim sogenannten Schwarzeis sehr gut von oben beobachten. Dann kann man sogar bis auf den Grund sehen. Besonders reizvoll ist das zuletzt zufrierende Ostufer, wo es weder Uferstraße noch Häuser gibt.
Faaker See
Der südlichste Österreicher See liegt gut 550 Meter hoch und bedeckt etwas über zwei Quadratkilometer. Sein türkisblaues Wasser verdankt er den Kalkpartikeln, welche die Wourunitza in den See schwemmt. Die schmale Insel, die den See etwa in der Mitte teilt, ist bewohnt. Sogar ein Hotel steht drauf. Einen festen Platz bei Harley-Motorradfahrern hat der See in der Europäischen Motorradwoche, die 2007 zum zehnten Mal stattfand.
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