Sie befinden sich im Bereich für Urlauber Hier gelangen Sie in den Bereich für Vermieter
Einloggen Kontakt  |  AGB  |  Newsletter  |  Impressum  |  Sitemap    
Suche Ferienhaus-Suche
Stichwortsuche Erweiterte Suche
Ländersuche Ländersuche
Kartensuche Kartensuche
Merkzettel Merkzettel
F.A.Q. FAQ
Service Service
Regions-Tipps Regions-Tipps
Mietwagen Mietwagen
Persönliche Daten Persönliche Daten
Registrieren Registrieren
Daten ändern Daten ändern
Passwor ändern Passwort ändern
Sichtbare Daten Sichtbare Daten
Favoriten Favoriten
Übersicht residencio
Über uns Über uns
Linkpartnerschaft Linkpartnerschaft
Newsletter-Archiv Newsletter-Archiv
Presse Abonnieren
PayPal-Standard-Logo

Brügge

Metropole des Mittelalters

Das Wohl Brügges stand und fiel mit dem Zugang zum Meer. Die Natur riss die alte Tuchmacherstadt im Jahr 1134 aus der Bedeutungsarmut heraus, als eine Sturmflut das kleine Rinnsal Zwin zu einer Fahrrinne machte von der Nordsee bis zur zwölf Kilometer entfernten Stadt. Und sie stieß sie zurück in die Bedeutungslosigkeit, als die Fahrrinne zum Ende des 15. Jahrhunderts wieder versandete.
Zwischen Sturmflut und Versandung war viel geschehen. Ab 1200 fand in Brügge ein eigener jährlicher Markt statt, der die damals niederdeutsche Stadt nach und nach zur Messestadt werden ließ. Die Herzöge Burgunds ließen die Stadt im 15. Jahrhundert derart aufblühen, dass sie sich die reichste Nordeuropas nennen durfte, ja sie galt neben Venedig als der Hauptmarkt des Abendlandes, besaß bedeutende Künstlerkolonien und einen kosmopolitischen Charakter.

Das Wohl und Wehe der Hanse

Doch das mit der Versandung ist wohl nur die halbe Wahrheit, denn auch vor Eröffnung des Küstenhafens Zeebrügge Anfang des 20. Jahrhunderts war die Stadt über Kanäle sehr wohl auch für größere Schiffe erreichbar. Doch mit Amerika wurde ein riesiger neuer Handelsplatz entdeckt, und die Hanse war – wie man heute sagen würde – nicht flexibel genug, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Die Hanse, ein mächtiger Seehandelsbund jener Zeit, hatte in Brügge seine Hauptvertretung eröffnet. Ein Rest dieses Kontors, das Haus der Osterlinge (gemeint waren deutsche Kaufleute im Osten Flanderns), ist teilweise noch erhalten. Kontor, also Büro ist dabei für uns Heutige untertrieben: Das Kontor besaß den Status einer Landesbotschaft, ja sogar das Privileg eigener Rechtsprechung. Wer in Brügge Handel treiben wollte, musste Mitglied sein. Mehr noch: Stellten sich Brügge oder Flandern quer und verlangte größere Stücke vom hanseatischen Kuchen, belegte die Hanse die Stadt mit einem Boykott, der Brügge zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert drei mal zu Kreuze kriechen ließ.

Sehenswürdigkeiten allenthalben

Meyers Konversationslexikon von 1905 nannte Brügge „einst [den] Mittelpunkt des Welthandels, jetzt sehr heruntergekommen, hat im Äußern noch ganz mittelalterliches Gepräge“.
Dies benennt gleich den Vorteil jener Bedeutungslosigkeit: Brügge besitzt heute eine nahezu unversehrte Altstadt und mehr geschichtliche Sehenswürdigkeiten, als auch der Geduldigste am Stück besuchen kann.
Zum Beispiel den Belfried: 83 Meter hoch und über einen Meter nach Südosten geneigt, überragt er die Tuchhalle, den geschichtlichen Ausgangspunkt von Brügges einstigem Reichtum. 1240 wurde der erste Belfried aus Holz errichtet, 1280 durch Feuer zerstört. Der heutige Bau entstand in Etappen ab dem 14. Jahrhundert; ganz aus Stein ist er erst seit 1822. Der Belfried verfügt über einen Carillon aus dem 17. Jahrhundert. Dieses Glockenspiel, das über einen orgelähnlichen Spieltisch mit Fäusten bedient wird und 27 Tonnen wiegt, ist noch heute in Gebrauch.

Die gotische Liebfrauenkirche aus dem 13. bis 15. Jahrhundert – der Turm misst stattliche 122 Meter – kann sich des einzigen Werks Michelangelos rühmen, das zu dessen Lebzeiten über die Alpen gelangt ist: die Brügger Madonna. Die älteste Pfarrkirche der Stadt ist die Kathedrale St. Salvador aus dem 12. bis 14. Jahrhundert, die ein Museum mit Gemälden flämischer Meister beherbergt. Frühe niederländische Maler und die belgische Moderne mit van Eyck, Bruegel, Bosch und anderen sind im Groeninge-Museum zu sehen. In einem Palais aus dem 15. Jahrhundert residiert das Gruuthuse-Museum, das Münzen, Teppiche, Waffen und Zunftstücke darbietet. Die Herren von Gruuthuse gehörten zum tonangebenden Patriziergeschlecht der Stadt. Ihr Domizil besaß im ersten Stock sogar eine Privatkapelle, von der aus sie an Messen der benachbarten Kirche teilnahmen. Das gotische Rathaus, erbaut von 1376 bis 1420, besitzt ein wertvolles hölzernes Deckengewölbe und Wandgemälde mit Motiven der Stadtgeschichte. Es steht am Burg. So heißt der Platz vor der ehemaligen Burg des ersten flämischen Herrschers, Balduin Eisenarm.

Unser Ferienhaus-Tipp