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Insel Fehmarn

Ein sonniger Fleck in der Ostsee

Die Schleswig-Holsteinische Insel Fehmarn liegt in der Ostsee. Die Insel ist so groß wie Nürnberg und war einst nicht nur nordöstlichster Punkt der BRD, sondern auch des EU-Vorläufers Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Nach der deutschen Wiedervereinigung rutschte Fehmarn vom ersten auf den dritten Platz der größten deutschen Inseln; Usedom und noch davor Rügen nehmen die Plätze eins und zwei ein, und zwar mit Abstand. Seit 2003 genießt Fehmarn als Ganzes Stadtrecht. Die Brücke über den Fehmarnsund südlich der Insel verbindet sie mit der holsteinischen Halbinsel Wagrien. Die knapp einen Kilometer lange Brücke, die ab 1963 die Fähre ersetzte, steht seit 1999 unter Denkmalschutz und gilt bei vielen inzwischen als Fehmarner Wahrzeichen.

Ganz bestimmt nicht zuletzt seiner jährlichen 1.800 Sonnenstunden wegen ist Fehmarn eines der beliebtesten Touristenziele Deutschlands. Der Mai mit seiner Blütenpracht gilt hier als fünfte Jahreszeit. Die flache Insel scheint dann für Fahrradausflüge wie geschaffen. Auch an weiteren Angeboten mangelt es nicht, ob Reiten, Golfen, Strandvolleyball, Tauchen oder Wellenreiten.

Die jagenden Flügel

In Lemkenhafen, beliebt bei Seglern und Surfern, steht eine Fehmarner Sehenswürdigkeit: Jachen Flück. „Jagende Flügel“ auf Plattdeutsch ist der Name einer Segelwindmühle vom Ende des 18. Jahrhunderts. Bis 1954 hat sie Graupen gemahlen, in den Jahren danach wurde sie zum Museum umgewidmet und teils ausgebaut. Ihr Mahlwerk ist aber noch heute funktionstüchtig.

Beltquerung

Auf Betreiben Dänemarks wurde das Projekt Fehmarnbelt-Querung ins Leben gerufen. Schon seit der Eröffnung der Fehmarnsundbrücke verbindet die sogenannte Vogelfluglinie Hamburg und Kopenhagen. Im engeren Sinne ist die Fährverbindung zwischen Fehmarn und dem dänischen Lolland gemeint. Diese Verbindung soll nun ersetzt werden. Ob durch eine Brücke, einen Tunnel oder beides, war lange unklar. Schon 1999 hatte sich die Regierung Schleswig-Holsteins für den Bau der Querung entschieden; 2005 erklärte sie es zum vordringlichen Projekt. Nun soll es eine Schrägkabelbrücke werden. Umstritten ist das Projekt (geplante Bauzeit: 2011 bis 2018) noch immer. Naturschützer befürchten unter anderem eine Störung der Zugvögel, denn die 19 Kilometer lange Brückenstrecke verläuft, wie der Name vermuten lässt, auf der Route von Kranichen und anderen Vögeln.

Schutzgebiete

Mehrere kleine Naturschutzgebiete gibt es auf Fehmarn, die besonders als Brutplätze vieler Vogelarten von Bedeutung sind. Der „Grüne Brink“ liegt an der Nordküste zwischen Ostsee und Deich (der den Brink erst hat entstehen lassen) und ist 134 Hektar groß. Er steht schon seit 1938 unter Schutz.

Die Krummsteert-Sulsdorfer Wiek liegt unweit von Lemkenhafen; es ist eine dünne Landzunge, ein sogenannter Nehrungshaken. Das verlandende Gebiet ist stetigem natürlichen Wandel unterworfen, der geschützt werden soll. Außer den Beauftragten des Naturschutzbundes darf deshalb niemand das Gebiet betreten.

Nur wenige Kilometer nördlich des Krummsteets („Krummer Schwanz“) liegt das Vogelreservat Wallnau. Mit 297 Hektar ist es das größte Schutzgebiet auf Fehmarn. Hier findet sich fast die Hälfte der 500 europäischen Vogelarten zum Brüten ein.
Rund 10 Hektar des Naturschutzgebietes sind öffentlich zugänglich. Der Lehr-"Pfad der Sinne" führt vorbei an Schautafeln und Themensäulen zu einem zehn Meter hohen Aussichtsturm, von dem man das gesamte Gebiet überblicken kann.

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