Sie befinden sich im Bereich für Urlauber Hier gelangen Sie in den Bereich für Vermieter
Einloggen Kontakt  |  AGB  |  Newsletter  |  Impressum  |  Sitemap    
Suche Ferienhaus-Suche
Stichwortsuche Erweiterte Suche
Ländersuche Ländersuche
Kartensuche Kartensuche
Merkzettel Merkzettel
F.A.Q. FAQ
Service Service
Regions-Tipps Regions-Tipps
Mietwagen Mietwagen
Persönliche Daten Persönliche Daten
Registrieren Registrieren
Daten ändern Daten ändern
Passwor ändern Passwort ändern
Sichtbare Daten Sichtbare Daten
Favoriten Favoriten
Übersicht residencio
Über uns Über uns
Linkpartnerschaft Linkpartnerschaft
Newsletter-Archiv Newsletter-Archiv
Presse Abonnieren
PayPal-Standard-Logo

Der Rennsteig in Thüringen

Ein früher Schnellweg

Zwischen Werra und Saale, von Blankenstein bis Hörschel auf den Höhen des Thüringer Waldes, des Thüringer Schiefergebirges und des Frankenwaldes verläuft der Rennsteig. „Rennsteig“, zuerst aufgetaucht als „Rynnestieg“ im Jahr 1330, ist jedoch kein Name, wie man heute weiß, sondern ein Gattungsbegriff. Es gibt in Deutschland viele Rennsteige oder –stiege, wie es viele Hohe Straßen gibt. „Hohe Straße“ wird auch ein Teil des Thüringer Rennsteigs genannt.

Ein Grenzweg

Der Rennsteig hebt sich von seinen Namensvettern durch Länge und Bedeutung ab. Er war Kurierpfad und über 73 Kilometer Grenzverlauf thüringischer Kleinstaaten. Im 19. Jahrhundert konnte man auf dem knapp 170 Kilometer langen Rennsteig ein Dutzend davon passieren; über 1.300 Grenzsteine aus dem 16. bis 18. Jahrhundert schmückten den Weg, darunter nicht weniger als 13 sogenannte Dreiherrensteine, an denen die Gebiete dreier Landesherren zusammenstießen. Und es soll sogar Vierherrensteine gegeben haben. Zum ältesten noch erhaltenen Grenzstein gibt es widersprüchliche Angaben. Manche datieren seine Setzung auf das Jahr 1572, andere auf 1483.

Als zusammenhängende Route und Teil eines Höhenweges vom Hessischen bis ins Böhmische war der Rennsteig spätestens um 1600 bekannt. Formell trat er jedoch erst nach dem 30jährigen Krieg auf, als ihn Herzog Ernst der Fromme Mitte des 17. Jahrhunderts kartografieren ließ, wozu er die Genehmigung sämtlicher Anrainerfürsten einholen musste. Er hatte allerdings keine Wanderkarte im Sinn; er suchte eine Möglichkeit zum schnellen Truppentransport. Als 1703 ein Gymnasiallehrer nach dieser Karte eine Beschreibung des Rennsteigs verfasste, war man höheren Orts davon nicht begeistert – natürlich ebenfalls aus militärischen Gründen – und verhinderte den Druck.
Um so heftiger, mit Lyrik, Sang und Klang bemächtigten sich die Romantiker des 19. Jahrhunderts des Rennsteigs.

Von deutscher Teilung zerschnitten

Während der deutschen Teilung war der Rennsteig nur ein Torso. 13 Kilometer gehörten zu Westdeutschland, 40 Kilometer verliefen im Sperrgebiet nahe der Grenze. Trotz dieser Verstümmelung behielt der Rennsteig im Osten viele Wanderfreunde. 1968 wurde gar ein Programm zur Erhaltung des Rennsteigs beschlossen, das auch den Tourismus ankurbeln sollte. In der Folge entstand der GutsMuths-Rennsteiglauf, erstmals ausgetragen 1973, der inzwischen zu den wichtigsten europäischen Crossläufen gehört.

Eisenach und die Wartburg

Eisenach war 1685 der Geburtsort Johann Sebastian Bachs. Georg Philipp Telemann war hier Hofkapellmeister, Johann Pachelbel Organist. Martin Luther wohnte hier als Lateinschüler bei der Familie Cotta, aus der viel später der bekannte Verleger hervorging.

Doch eigentlich müsste die Überschrift andersrum lauten, denn die Wartburg war zuerst da, gegründet 1067 von Ludwig Graf von Schauenburg, genannt Ludwig der Springer. Seinen Beinamen verdankt der Spross der fränkischen Ludowinger einem kühnen Sprung in die Saale, ausgeführt vom Turm einer Burg nahe Halle, wo er drei Jahre lang eingekerkert war. Mit diesem Sprung entging er der Hinrichtung wegen Mordes. Später wollte er auf einem Berg südlich der Werra eine Burg errichten. Um dem Kaiser gegenüber keinen Meineid zu schwören, dass er die Burg auf seinem eigen Grund und Boden errichte, ließ er zuvor Erde aus seinem Herrschaftsgebiet heranschaffen und auf den Berg schütten – der nämlich nicht zu seinem Territorium gehörte.

Für die deutsche Geschichte ist die Wartburg bedeutsam wie keine andere Burg. Elisabeth, Landgräfin von Thüringen, welche die Ideen Franz von Assisis verbreitete und schon vier Jahre nach ihrem Tod heiliggesprochen wurde, lebte hier zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Martin Luther kam 1498 erstmals nach Eisenach. 1521, auf dem Rückweg vom Wormser Reichstag, wo ihn der Kaiser mit der Reichsacht belegt hatte, hielt Luther eine Predigt in der Georgenkirche, in der später Johann Sebastian Bach getauft werden sollte.
Der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise nahm Luther daraufhin auf der Wartburg in Schutzhaft. Dort übersetzte Luther 1521 das Neue Testament aus dem Griechischen.
Goethe hielt sich mehrfach auf der Burg auf, und die Wartburgfeste von 1817 und 1848, veranstaltet von Studenten- und Burschenschaften, waren für die Geburt des deutschen Nationalstaates und der deutschen Flagge von nicht geringer Bedeutung. Seit 1999 ist die Wartburg UNESCO-Weltkulturerbe.

Unser Ferienhaus-Tipp