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Venezuela

Venezuela
Venezuela am äußersten Nordostrand Südamerikas ist fast drei mal so groß wie Deutschland, hat jedoch nur wenig mehr als ein Viertel der Einwohnerzahl. Venezolaner leben fast alle auf einem 200 Kilometer breiten Streifen der gemäßigten Andengebiete. 40 % des Landes sind von dichtem tropischem Urwald bedeckt, der vor allem die südöstlichen Gebiete Bolívar und Amazonas einnimmt und eine reiche Tierwelt beherbergt, vom Jaguar bis zum Faultier, der aber vor allem ein Vogelparadies ist. 1.300 Arten sind hier zu Hause, mehr als in ganz Nordamerika. Ein Fünftel der Landesfläche dient dem Anbau tropischer Produkte wie Kakao, Zuckerrohr oder Kaffee.

Alle Klimas

Starke landschaftliche Kontraste machen Venezuela aus. Das Land liegt vollständig innerhalb der Tropen; die Jahreszeiten unterscheiden sich folglich mehr durch die Regenmenge als durch die Temperatur. Und natürlich durch die Höhenlage. Feucht und heiß ist es im tiefliegenden Maracaibo-Gebiet, alpines Klima herrscht auf den 5.000ern der Anden.
Das mit durchschnittlich 30°C heißeste Gebiet Südamerikas, der einst menschenleere Bundesstaat Zulia, ist mit der Hauptstadt Maracaibo seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Versorgerin Venezuelas, denn man fand am Ostufer des riesigen Maracaibo-Sees Erdöl. Der See ist eigentlich ein Binnenmeer, denn er ist über einen acht Kilometer breiten Kanal mit dem karibischen Meer verbunden. Allerdings ist der Süden des 13.000 qkm großen Sees reines Süßwasser.
An der Küste Venezuelas nahe der Insel Trinidad setzte Kolumbus erstmals einen Fuß auf amerikanischen Boden. Die Pfahlbauten der Indianer sollen seinen Nachfolger Amerigo Vespucci zu dem Namen „Klein-Venedig“ (Venezuela) inspiriert haben, was jedoch nicht gesichert ist.
Die karibische Küste Venezuelas und die zahllosen kleinen Inseln sind für den Strandtourismus wie geschaffen. Schon Kolumbus sprach vom „Himmel auf Erden“, als er diese Gewässer erreichte.

Caracas

Die Hauptstadt Venezuelas beherbergt vermutlich knapp ein Drittel der venezolanischen Bevölkerung. Genau weiß man das nicht, weil niemand die Zahl der Armen kennt, die einen Ring von ärmlichen Hütten um das moderne Stadtzentrum haben wachsen lassen. Den ältesten Teil der Stadt aus der frühen Kolonialzeit kennzeichnet ein schachbrettartiger Grundriss mit dem Mittelpunkt Bolívarplatz. Hier wurde die erste Verfassung des unabhängigen Venezuela verkündet. Der südamerikanische Freiheitskämpfer Simón Bolívar wurde in Caracas geboren und als Sohn reicher Kreolen umfassend ausgebildet. Während einer Europareise hielt er sich übrigens auch in Deutschland auf. Ihm gelang Anfang des 19. Jahrhunderts die vollständige Ablösung von der spanischen Krone. Sein Groß-Kolumbien zerfiel jedoch nach Streitigkeiten in die heutigen Staaten Ecuador, Venezuela und Kolumbien. Ende seines Lebens als Diktator angefeindet, genießt er heute in jenen südamerikanischen Staaten unverbrüchliche Heldenverehrung.

Insel Margarita

Die Insel Margarita, mit gut tausend Quadratkilometern etwas größer als Rügen, liegt vor der venezolanischen Küste in der Karibik, gehört zu den Kleinen Antillen und bildet den Hauptteil des Bundesstaates Nueva Esparta. Hauptstadt – auch des Bundesstaates – ist La Asunción. Die größte Stadt ist jedoch Porlamar. Ihr Name, „Perleninsel“, stammt von Christoph Kolumbus, der die Insel Ende des 15. Jahrhunderts entdeckte und nach ihrem reichen Perlenvorkommen benannte. Die Insel ist eine „Insel unter dem Wind“, das heißt: das ganze Jahr heiß und trocken, und heute bei Touristen sehr beliebt, besonders bei Deutschen und Holländern. Windsurfer schwärmen von El Yaque im Süden, doch touristisch erschlossen sind vor allem die Strände im Norden. Die Landenge von Restinga verbindet die beiden Teile der Insel. Der Ostteil ist der bewohnte und touristische Teil, im Westen lebt kaum jemand; dort gibt es Mangrovensümpfe, Wüsten, Steppen und einsame Korallensandstrände.

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