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Kenia
Land am Äquator
Kenia liegt unterhalb des Horns von Afrika an der Ostküste des Kontinents. Amtssprachen sind Englisch und Suaheli.
Höchster Berg ist der rund 5.200 Meter hohe Batian, der zweithöchste Berg Afrikas nach dem Kilimandscharo. Er liegt im Mount-Kenya-Massiv, das ab 3.200 Metern vom Mount-Kenya-Nationalpark umschlossen wird. Der Batian ist einer der wenigen Orte weltweit, die trotz der Nähe zum Äquator immer schneebedeckt sind. An den zackigen Gipfeln stauen sich häufig Wolken; es regnet an etwa 200 Tagen im Jahr, wodurch sich an den unteren Hängen tropischer Regenwald entwickeln konnte.
Nationalparks in Kenia
Kenia ist seit 2003 größter Blumenexporteur der Welt, lebt neben Kaffee- und Tee-Anbau aber wesentlich vom Tourismus, der sich meist in seinen vielen Nationalparks abspielt, etwa im Tsavo-Nationalpark, dem größten des Landes. Bekannter ist jedoch die Masai Mara, die sich nördlich an den Serengeti-Nationalpark anschließt und 1.500 bis über 2.000 Meter hoch liegt. Deren offene Grassavanne ist wie gemacht für Tierbeobachtung; besonders eindrucksvoll sind die jährlichen Wanderungen von Gnus, Zebras und Antilopen nach Norden.
Die Nationalparks stehen unter der Aufsicht des "Kenya Wildlife Service", dessen Arbeit vor 1989 kaum wahrnehmbar war. Durch die Berufung des englischstämmigen Richard Leakey – damals Direktor des kenianischen Nationalmuseums – zum Leiter des Service änderte sich das. In aller Welt Aufsehen erregte die spektakuläre Verbrennung von Elefantenstoßzähnen im Wert von mehreren Millionen Dollar. Die Elefantenpopulation, die innerhalb von zehn Jahren von 85.000 auf 22.000 gefallen war, ist seitdem wieder so weit angestiegen, dass die Nationalparks die Tiere kaum halten können.
Tsavo-Nationalpark
Der Tsavo-Nationalpark teilt sich in einen westlichen und einen östlichen Teil; dieser ist mit knapp 14.000 Quadratkilometern deutlich größer, aber auch trockener, besonders im Norden. Typisch für Tsavo-Ost sind die "Roten Elefanten", die ihre Farbe der ebenso typischen roten Vulkanerde verdanken, mit der sie sich "einpudern".
Neben den Elefanten finden sich hier all die Tiere, die man auf einer Safari zu sehen wünscht: Nashörner, Büffel, Löwen, Giraffen, Zebras und rund 60 weitere große Säuger.
Die Straße von Nairobi nach Mombasa trennt Ost- und Westpark. Tsavo-West zieht von dort nach Süden bis an die Grenze zu Tansania. Mit 9.000 Quadratkilometern ist er deutlich kleiner als sein westlicher Nachbar, aber seine Fläche entspricht immer noch knapp einem Drittel aller kenianischen Nationalparks. Die Landschaft ist bergiger und stellenweise grüner als in Tsavo-Ost. In einem eigenen Schutzgebiet leben hier einige der vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner.
Die Menschenfresser von Tsavo
Bekannt wurde der Name Tsavo nicht zuletzt durch die Lebenserinnerungen von John Henry Patterson, der Ende des 19. Jahrhunderts den Bau einer Eisenbahnbrücke über den Tsavo leiten sollte. Das Lager der Arbeiter wurde immer wieder von zwei menschenfressenden Löwen heimgesucht, die nach offiziellen Zahlen 28, inoffiziell weit über hundert Arbeiter töteten. Als verschiedene Schutzmaßnahmen keinen Erfolg brachten, wurde Patterson selbst von den Arbeitern bedroht, denn sie sahen in den Löwen böse, vom Brückenbau herausgeforderte Geister. Patterson machte sich daraufhin selbst auf die Jagd, und nach mehreren Misserfolgen und weiteren Todesopfern gelang ihm im Dezember 1898, beide Löwen im Abstand von drei Wochen zu erlegen. Sie waren außergewöhnlich groß und hatten sich vermutlich wegen schwerer Gebissschäden auf den Verzehr von Menschenfleisch verlegt. Sie wurden viel später ausgestopft und sind seitdem im Field-Naturgeschichtsmuseum Chicago zu sehen. Pattersons Buch "Die Menschenfresser von Tsavo" wurde mehrfach verfilmt, zuletzt (etwas frei) mit Val Kilmer und Produzent Michael Douglas.
Diani Beach
Diani Beach, gut 40 Kilometer südlich von Mombasa in unmittelbarer Äquatornähe, ist ein langer Sandstrand, benannt nach einem der beliebtesten Ferienorte Kenias mit über 20 Hotels, die sich aber ohne die gefürchtete Bettenburgenwirkung in die Landschaft fügen. Der Strand fällt sanft ab, und die herrlichen Korallenriffe in 300 Metern Nähe ziehen viele Taucher an.
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