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Zillertal

Die Berliner Hütte

Die Berliner Hütte ist nicht in Berlin und ist auch keine Hütte. Sie steht auf über 2.000 Metern Höhe in den Zillertaler Alpen. Mit weit über hundert Schlafmöglichkeiten in drei Stockwerken ist sie eins der größten Alpen-Schutzhäuser in Österreich, gehört aber dem Deutschen Alpenverein. 2004 feierte sie bereits ihr 125jähriges Jubiläum. Seit 1997 steht sie unter Denkmalschutz, und eine einsame "Hütte" ist sie schon lange nicht mehr; sie hat seit Anfang des 20. Jahrhunderts ein eigenes kleines E-Werk, verschiedene Erweiterungsbauten mit Postamt, und sie besaß die erste Telefonleitung im hinteren Zillertal. Geöffnet ist sie von Mitte Juni bis Ende September. Sie verfügt aber auch über ein Winterlager mit 14 Schlafstätten.
Hier beginnt und endet der Berliner Höhenweg, der südlich von Mayrhofen über 70 Kilometer an mehreren Hütten vorbeiführt.

Geografie

Das Zillertal ist ein Seitental des Inntals. Es beginnt auf halbem Weg des Inn von Innsbruck nach Kufstein und führt im österreichischen Bundesland Tirol von Norden nach Süden, von Strass nach Mayrhofen. Obwohl das Zillertal den Dolomiten zustrebt, steigt es nur mäßig an: gut hundert Meter auf einer Strecke von rund 30 km.

Im Zillertal gibt es viele Gründe und Keese. Gründe heißen die zahlreichen kleinen Seitentäler. Hier finden sich viele Speicherseen, mit denen die Zillertaler aus der Not eine Tugend gemacht haben: Früher wurde das tiefgelegene Zillertal von der Schneeschmelze regelmäßig überschwemmt. Heute wird das Wasser zur Stromgewinnung genutzt. Etwa das des namengebenden Ziller, der am Hauptkamm der Zillertaler Alpen entspringt und den Speichersee Zillergründl füllt, bevor er durch den Zillergrund weiter nach Mayrhofen fließt und von dort durch das eigentliche Zillertal Richtung Inn.
"Keese" ist das Zillertaler Wort für Gletscher. In der Naturparkregion des Hinteren Zillertals, südlich von Mayrhofen, liegen 85 Gletscher mit einer Gesamtfläche von über 40 Quadratkilometern.

Der Hochfeiler

Der höchste Berg der Zillertaler Alpen ist mit 3.510 Metern der Hochfeiler auf der österreichisch-italienischen Grenze. Seine Nordwand, 60° geneigt und 300 Meter hoch, ist gänzlich vergletschert, auch wenn der Gletscher wegen der Klimaveränderung seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer kleiner wird – wie fast alle Alpengletscher. Trotz dieser Eiswand, die zu den bekanntesten Touren des Alpinismus gehört, ist er einer der wenigen hohen Zillertaler Berge, die bestiegen werden können, ohne einen Gletscher zu betreten, nämlich über den Südwestgrat.

Mayrhofen

Mayrhofen hat schon seit 1967 eine Seilbahn, aber seit 2006 auch noch die mit den größten österreichischen Alpengondeln. Auf der Fläche eines halben Volleyballfeldes können sich 160 Passagiere in sechseinhalb Minuten auf das Ahornplateau in 2.000 Metern Höhe bringen lassen.

Weniger bekannt ist das Zillertal als Bergbauregion. Nie im großen Stil, aber manchmal unter abenteuerlichen Bedingungen wurde hier nach Kupfer, Blei, Silber und sogar Gold geschürft. Im Hainzenberger Goldschaubergwerk kann man sich diese Zillertaler Vergangenheit näher betrachten.

Nicht nur ein Skigebiet

Der Hintertuxer Gletscher in Tuxertal (einem Nebental des Zillertals) ist ein Ganzjahresskigebiet auf 3.250 Metern Höhe. Doch das Zillertal ist schon lange nicht nur ein Wintersportgebiet; Wanderer und Mountainbiker schätzen die Region ebenso.

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