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Allgäu

Das Allgäu liegt im bayerischen Schwaben und in einem kleinen benachbarten Teil Baden-Württembergs. Es ist eines der beliebtesten Feriengebiete Deutschlands, wohl wegen seiner Vielseitigkeit. Als Deutschlands größtes Wintersportzentrum stellt das Allgäu den weißen Sport natürlich in den Vordergrund, aber daneben gibt es zahllose andere Möglichkeiten sportlicher Betätigung.

Nicht mit dem Allgäu verwechseln sollte man die Allgäuer Alpen, die sich über das südliche Bayern und die österreichischen Bundesländer Vorarlberg und Tirol erstrecken. Hier findet sich Deutschlands südlichster Zipfel: das Haldenwanger Eck, ein Gebirgssattel, der nur über eine Bergtour zu erreichen ist. Eine Steinsäule klärt den Bergtouristen auf, dass er sich an Deutschlands südlichster Stelle befindet.
Die im Winter schneereichen Allgäuer Alpen zeigen nicht zuletzt wegen ihres vielfältigen Gesteinsaufbaus ein abwechslungsreiches Landschaftsbild; auch die Pflanzenwelt ist mannigfaltig wie sonst kaum in den Alpen. Berühmt sind die Höhen-Hüttenwege, auf denen man eine gute Woche zubringen kann, ohne in bewohnte Täler abzusteigen.

Neuschwanstein

Eine der wichtigsten Allgäuer Sehenswürdigkeiten ist Schloss Neuschwanstein bei Füssen. Das Sinnbild romantischen Burgenbaus diente den Schlössern Disneylands als Vorbild und zahlreichen Märchenfilmproduktionen als Kulisse. Bauherr des Märchenschlosses war Ludwig der Zweite von Bayern, der exzentrische bis unzurechnungsfähige "Kini", der 1886 denn auch entmündigt wurde. 1869 legte man den Grundstein des Schlosses, doch der Bau zog sich über 17 Jahre bis zum Tode Ludwigs des Zweiten hin und wurde nach dessen Tod rasch und vereinfacht fertiggestellt, denn Ludwig hatte während der Bauzeit eine anspruchsvolle Idee nach der anderen gehabt. So war anstelle des Thronsaales ursprünglich nur ein Arbeitszimmer geplant.
Obwohl Ludwig das Schloss lieber in Trümmern als dem gemeinen Volk zugänglich gesehen hätte, wurde es bereits kurz nach seinem Tod für jedermann aufgeschlossen. Das wiederum verschliss das zum Teil kostbare Mobiliar – allein für das königliche Schlafzimmer hatten 14 Schnitzer vier Jahre lang gearbeitet –, so dass man das Schloss heute nur in einer Führung besichtigen kann.

Augsburg

Mit dem Gründungsdatum 15 v. Chr. gilt Augsburg als zweitälteste Stadt Deutschlands, und neben Trier, der ältesten, war "Augusta Vindelicorum" (benannt nach Kaiser Augustus) eine der beiden größten römischen Siedlungen nördlich der Alpen, Hauptstadt der Provinz Raetien.
Heute ist Augsburg mit etwas mehr als einer Viertelmillion Einwohnern nach München und Nürnberg Bayerns drittgrößte Stadt. "Datschiburg" wird sie auch genannt, denn hier soll der "Zwetschgendatschi" (Zwetschgenkuchen) herkommen.

Hier beginnt der Naturpark "Augsburg – Westliche Wälder". Aber auch die Stadt selbst – größter kommunaler Waldbesitzer Bayerns – ist so grün, dass sie 1997 den europaweit ausgelobten Preis für die "grünste und lebenswerteste Stadt" bekam. Lebenswert nicht zuletzt, weil Augsburg diejenige Stadt in Deutschland ist mit den meisten gesetzlichen Feiertagen. Hier und nur hier kennt man nämlich das "Hohe Augsburger Friedensfest", das jedes Jahr am 8. August an den Westfälischen Frieden von 1648 erinnert, der den Dreißigjährigen Krieg beendete.

Bad Wörishofen

Diesen Kurort, rund 50 Kilometer südwestlich von Augsburg, hat Pfarrer Kneipp berühmt gemacht. Die nach ihm benannten Wasserkuren hat er zwar nicht erfunden, aber verfeinert und verbreitet. 1889, acht Jahre, nachdem Kneipp in Wörishofen die Pfarre von St. Justina übernahm, wurden bereits 2.626 Gäste registriert, die man schon Kurgäste nennen könnte; der Kurbetrieb begann aber offiziell erst im selben Jahr. Im nächsten waren es schon doppelt so viele Gäste, und der Gemeinderat entschied mit knappster Mehrheit, dass Wörishofen sich vom Dorf zum Kurort wandeln solle. Innerhalb der folgenden acht Jahre entstanden 132 neue Gebäude in Wörishofen. Es kamen immer mehr und immer erlauchtere Kranke, die sich ähnliche Erfolge erhofften wie den aus den Studententagen des Sebastian Kneipp: Von Ärzten aufgegeben, hatte er sich mit Wasserkuren von der Tuberkulose geheilt.
Wörishofen florierte, und trotz einiger Prozesse wegen Kurpfuscherei interessierten sich immer mehr Ärzte für Kneipps Wasserbehandlungen; manche übernahmen die Therapie oder arbeiteten gar für Kneipp. Aber auch während des wirtschaftlichen Aufschwunges bestand Kneipp weiterhin darauf, Mittellose weiterhin kostenlos zu behandeln.
Seit 1920 darf sich Wörishofen nun Bad Wörishofen nennen. Und heute? 2005 feierte man 150jähriges Jubiläum der Ankunft von Pfarrer Kneipp in Wörishofen. Und die 2004 eröffnete neue Therme meldete ihren millionsten Besucher.

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