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Westliche Loire

Les Sables-d'Olonne

Die Bevölkerungszahl der Hafen- und Badestadt Les Sables-d'Olonne wächst im Sommer stark an. Franzosen, Engländer, Holländer und Deutsche sind die Haupttouristen. Einer der berühmtesten, wenn auch nicht ganz echt, war Kommissar Maigret in dem 1947 entstandenen Simenon-Krimi "Maigret macht Ferien".

Sehenswert ist der malerische Stadtteil „Ile de Penotte“ mit seinen Fußgängerzonen und den Muschelverzierungen eines Ortskünstlers an vielen Häusern. Ebenso das alte Fischerviertel „Quartier de la Chaume“ oder die alte Markthalle, "Halles Centrales", wo noch heute Lebensmittel verkauft werden. Im Salzgarten "Jardin des Salines" wird Salz gewonnen wie vor Hunderten, ja vermutlich Tausenden von Jahren: durch Verdunstung und Kristallisation. Aber auch die Geschichte der Salzgewinnung wird hier veranschaulicht.

Alle vier Jahre beginnt und endet hier die "Vendée Globe", die härteste Regatta für Einhandsegler, die über 43.000 Kilometer um die gefährlichsten Kaps der Weltmeere führt. Fremde Hilfe anzunehmen ist ebenso verboten wie zwischendurch an Land zu gehen.

Mit der mittelfränkischen Stadt Schwabach gibt es seit den siebziger Jahren eine Städtepartnerschaft.

La Rochelle

Der Hafen von La Rochelle wurde von den Tempelrittern im 12. oder 13. Jahrhundert gebaut. Er war der bedeutendste Hafen des Ordens und bis zum 15. Jahrhundert der größte Atlantik-Hafen Frankreichs. Auf diese Zeiten weist noch heute die "Rue des Templiers" hin.

Heute hat La Rochelle vier Häfen: den Alten Hafen mit seinen mittelalterlichen Türmen, den Handelshafen, einen neuen Tiefseehafen und den Yachthafen, der mit seinen 3500 Segelschiffen heute der größte Yachthafen der französischen Atlantikküste ist.

La Rochelle wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges als letzte französische Stadt befreit. Im fünf Kilometer entfernten La Rochelle-La Pallice stand ein U-Boot-Bunker der Deutschen, und er steht heute noch. Dort und im Hafen von La Pallice drehte Wolfgang Petersen Teile seines Kino-Welterfolgs "Das Boot".

Fast überall an der Ostküste werden Austern gezüchtet, doch der größte maritime Naturpark Frankreichs liegt zwischen La Rochelle und der Mündung der Gironde. Hier werden im Jahr 30.000 Tonnen Felsenaustern gezüchtet, die allerdings nicht einfach von den sogenannten Austernparks abgeerntet werden können; jedenfalls nicht, wenn sie den besonderen Geschmack der "Fines de claires" bekommen sollen. Dazu müssen sie in die "claires", die Klärbecken, verpflanzt werden, wo sich Salz- und Süßwasser mischen und wo die speziellen Nährstoffe verschiedener Algen den Austern die charakteristische grüne Farbe und den milden, nussartigen Geschmack verleihen.

Marais Poitevin

Das Meer nördlich von La Rochelle schnitt einst tiefer ein ins Frankenreich. Eine Bucht mit Kalksteininseln wurde zum Sumpf, als das Meer nach und nach zurückwich. Mönche des Mittelalters begannen mit der Trockenlegung, doch richtig in Gang kam das Ganze erst unter Heinrich dem Vierten, der den "Marais Desséché", den "trockenen Sumpf", durch Kanäle, Deiche und Schleusen zu fruchtbarem Ackerland machte. Im "Marais Mouillé", dem "feuchten Sumpf", entstand im neunzehnten Jahrhundert ebenfalls ein Netz aus Gräben, Kanälen, Dämmen und Schleusen – und damit zu beiden Seiten der Sèvre Niortaise eine Landschaft, die ein Journalist 1930 "grünes Venedig" nannte. Und so heißt sie noch heute. Ein besonderer Reiz dieser Sumpflandschaft: Es gibt keine Stechmücken, weil ihre Larven sofort von Fischen und Libellen entdeckt werden. Die Larven werden nämlich auf Wasserlinsen abgelegt, die an der Oberfläche schwimmen und manche Wasserläufe wie Wiesen aussehen lassen.
Das Fortbewegungsmittel der Wahl sind hier Holzboote.

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