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Galway
Kulturell maßgeblich
Galway liegt nicht nur an der irischen Westküste, sondern auch an der Galway Bay und am Nordufer des Corrib, der mit 15 Kilometern der kürzeste Fluss Europas sein soll. Dennoch gilt er als fischreich, und es soll besonders nach Regenfällen nicht mit ihm zu spaßen sein; außerdem ist er an seiner Atlantikmündung starken Gezeiten ausgesetzt.
Die Stadt ist mit rund 72.000 Einwohnern die größte Westirlands, sie ist jung – denn sie hat eine Uni – und wirtschaftlich wie kulturell nach Dublin wohl die wichtigste Stadt der Grünen Insel. Sie erlebt seit ein paar Jahren einen grandiosen Wirtschaftsaufschwung und gilt als das Sylt der Dubliner. Wenn das keine interessante Stadt ist.
Der Claddagh-Ring
Lange vor Galway gab es das Fischerdorf Claddagh, heute ein Vorort Galways. Noch immer verbreitet ist der sogenannte "Claddagh-Ring", ein Fingerring, auf dem zwei Hände ein gekröntes Herz halten. Je nach Trageweise – Krone zeigt zu den Fingerspitzen oder zum Handgelenk – lässt sich erkennen, ob der Träger des Ringes noch zu haben ist.
Galway selbst wurde von Anglo-Normannen 1232 gegründet.
"City of Tribes", Stadt der Stämme wird Galway gelegentlich heute noch genannt. Der Beiname stammt aus dem 14. Jahrhundert, als König Richard der Zweite vierzehn adelige Familien mit der Stadtregierung beauftragte.
Galway trieb Handel mit vielen Ländern – vor allem mit Spanien – und war durchaus wohlhabend. Bis Oliver Cromwell die Stadt 1652 einnahm und Galways Blüte ein Ende machte.
Essen beim keltischen Tiger
Das einstige EG-Armenhaus Irland ist inzwischen einer der reichsten Staaten weltweit, was Irland den Beinamen "keltischer Tiger" eintrug. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt deutlich über demjenigen Deutschlands, was sich in den Restaurantpreisen niederschlägt, die ebenfalls deutlich höher sind als hierzulande. Eine typisch irische Küche gibt es eigentlich kaum, weswegen alle Restaurants internationale Küche anbieten, und man trifft viele italienische und chinesische Restaurants an. In einer Küstenstadt wie Galway bekommt man natürlich eine große Auswahl an Fischgerichten. Der "Chowder" etwa ist eine schmackhafte Fischsuppe, die zahlreiche Pubs zur Mittagszeit anbieten. In sehr vielen Pubs wird regelmäßig Livemusik gespielt, in einigen sogar täglich, wenn auch nicht mehr ausschließlich Irish Folk. Immerhin hat diese traditionsreiche irische Musik mit den typischen Geigen-, Flöten- und Harfenklängen auch bei der Jugend ihren festen Platz. Ebenso wie der Stepp- und Formationstanz.
Seit 2004 ist in allen irischen Gaststätten das Rauchen grundsätzlich verboten.
Lynch's Castle und Salthill
Lynch's Castle ist ein Stadtpalais aus dem 16. Jahrhundert. Eine Bank residiert heute in dem Gebäude, das mit Fabeltieren und Wasserspeiern verziert ist. Einst gehörte das Haus der Familie Lynch, und im 15. Jahrhundert war ein gewisser James Lynch Bürgermeister von Galway. Von ihm handelt eine tragische Geschichte: Zu seinen Aufgaben gehörten auch die eines Richters, und sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn zwang ihn, den eigenen Sohn wegen Totschlags (an einem Nebenbuhler) zum Tode zu verurteilen. Weil sich niemand fand, der das Todesurteil vollstrecken wollte, nahm er die Hinrichtung selbst vor. Möglicherweise gründet sich hierauf der Begriff der "Lynchjustiz"; allerdings kommen auch einige amerikanische Lynchs aus anderen Zeiten dafür in Frage.
Salthill, einst das Viertel der oberen Zehntausend, ist heute das Vergnügungsviertel von Galway mit Hotels, den typischen Pubs, Spielhallen und Nachtclubs. Allerdings ist Salthill kein Rotlichtbezirk.
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