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Bad Wildbad (Schwarzwald)
Der Überfall im Wildbad
Wildbad an der Kleinen und Großen Enz (die sich hier zur Enz vereinigen und dem Neckar zustreben), darf sich seit 1991 Bad Wildbad nennen.
1345 wurde ein "Wiltbade" erstmals erwähnt. Eine berühmte Anekdote der Stadtgeschichte ist "Der Überfall im Wildbad", aus dem Ludwig Uhland später ein Gedicht machte: 1367 erquickte sich Graf Eberhard der Greiner in einem Wildbade, als die "Martinsvögel" nahten. Dieser Ritterbund verteidigte althergebrachte Ritterrechte und war auf den Hochadel nicht gut zu sprechen. Graf Eberhard entkam knapp und stiftete dem Wildbad daraufhin eine steinerne Umfriedung.
Bei der Entdeckung des Urquells 1904 muss es sich um eine Wiederentdeckung handeln; darauf deuten die aufgefundenen Gefäße hin, die man in dem 12. Jahrhundert zuordnen konnte.
Einstige Wildbader Spezialität: Wismutmalerei
1442 wird Wildbad Amtsstadt und mausert sich im selben Jahrhundert zum gefragten Badeort. Dreher und Ladenmacher, die bereits 1514 eine eigene städtische Ordnung besaßen, waren die einzigen Handwerker, die nicht nur nach Bedarf arbeiteten, sondern auch Souvenirs für die adeligen Badegäste herstellten. Solche Souvenirs waren typischerweise kleine Holzkästchen mit Wismutmalereien, für die Wildbad bekannt war. Auf einem Kreidegrund wurde das seltene Metall Wismut in Pulverform zusammen mit einem Bindemittel aufgetragen. Nach dem Trocknen und Polieren wurde diese Grundierung dann mit Temperafarben bemalt. Das ehemals glänzende Metall dieser Malereien ist heute durch Oxydation dunkelgrau.
Auch der Altar der Lichtenthaler Äbtissin Veus, heute im Historischen Museum Basel ausgestellt, soll auf diese Weise in Wildbad hergestellt worden sein, und zwar im Jahre 1551, sechsundzwanzig Jahre nach dem großen Stadtbrand, der die herzogliche Regierung bewog, Schilder und Wappen nur noch im Inneren der Herbergen zu gestatten. Jene Insignien, die Fürsten und Adelige damals an ihren Domizilen üblicherweise anbrachten, hatten nämlich für eine rasche Weiterleitung des Feuers gesorgt.
Doch wie so oft: Nach dem Wiederaufbau stand das Städtchen bald besser da als zuvor. Die Heilquellen waren gefragt wie nie, und im Laufe der nächsten Jahrhunderte wurden Badegebäude, Palais und Kuranlagen gebaut, die weiteren Aufschwung brachten.
Bad Wildbad heute
Das Palais Thermal ist einer der schönsten Badetempel Europas. Im 19. Jahrhundert als Graf-Eberhard-Bad erbaut, zog es Fürsten und Könige an, die Heilung und Entspannung im warmen Wasser suchten. Das Gebäude wurde aufwändig und mit Liebe zum Detail restauriert: klassizistischer Stil außen, innen Jugendstil mit maurisch-orientalischen Elementen.
Im Thermalbad kann man sich nach Strich und Faden verwöhnen lassen. Im eingeschlossenen Gesundheitszentrum bekommt man Massagen, Naturfangopackungen, Medizinische Bäder, Inhalationen, Unterwassermassagen, Stangerbad und Krankengymnastik.
Nicht nur Thermen
Auch außerhalb der Thermalbäder hat Bad Wildbad etwas zu bieten. Die Sommerbergbahn fährt nicht, wie man meinen könnte, nur im Sommer, sondern auf einer Strecke von 756 Metern den Sommerberg hinauf, der ein beliebtes Ausflugsziel ist. Sie wurde 1908 eröffnet, 1968 modernisiert, und 2004 wurde sie an moderne Sicherheitsvorschriften angepasst.
Überregional bekannt sind inzwischen die Musikfesttage "Rossini in Wildbad", die auf einen Besuch des italienischen Opernkomponisten im Jahre 1856 zurückgehen.
Ein Anziehungspunkt für Radsportler ist die Mountainbike-Arena Murg-/Enztal, die mit 800 Kilometern beschilderten Mountainbikewegen für alle Leistungsklassen Atemberaubendes bietet. Es gibt GPS-gestützte Tourenvorschläge mit Geräteverleih, geführte Touren, einen Downhill-Park, natürlich einen Radverleih und radlerfreundliche Unterkünfte.
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