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Jütland

Dänemark

...besteht aus den Inseln Seeland, Fünen, der Halbinsel Jütland – und einer Unmenge kleinerer Inseln, die zusammen mit zerklüfteten Buchten dem Land eine Küstenlinie von über 7.000 Kilometern Länge bescheren, obwohl Dänemark mit seinen fünf Millionen Einwohnern nur knapp so groß ist wie Niedersachsen.
Außerdem ist Dänemark flach. Der Ejer Baunehøj teilt sich (nach langem Hin und Her wegen der Messmethode und bezüglich der Frage, ob Bauten auf Erhebungen mitzählen) mit dem Møllehøj den Titel der höchsten Erhebung Dänemarks: 170,86 Meter. Beide liegen (nahe Skanderborg unweit von Århus) ohnehin nur 200 Meter auseinander, und bei der Höhendifferenz geht es um ein paar Zentimeter.
Ein solches Geländeprofil wird Radurlauber nicht stören (außer hartgesottene Mountainbiker). Sie finden ein dichtes, sicheres Radwegenetz vor und können ihre Räder in Bussen, Zügen, ja sogar auf Inlandsflügen problemlos mitnehmen. Der Ostseeradweg als Ganzes oder in Teilen bietet für jeden Trainingszustand etwas. Und, wie die lange Küstenlinie erwarten lässt: Es geht fast immer am Meer lang.

Jütland

Jütland, Schleswig-Holsteins nördliche Fortsetzung, und seine Inseln sind durch Eiszeitgletscher geformt, die das Kreidegestein vor über 10.000 Jahren Hunderte Meter hoch bedeckten. Strand gibt es an der Westküste fast bis zur Nordspitze, im Osten finden sich malerische Dörfer in einer abwechslungsreichen Landschaft mit Flüssen, Wäldern, Seen und Buchten. Die stark zerklüftete Wasserstraße des Limfjords zieht sich von Thyboron an der Nordsee bis nach Hals an der Aalborg-Bucht und verbreitert sich hier und da zu kleinen Seen.
Jütland macht 70 % der dänischen Fläche aus, beherbergt aber weniger als die Hälfte aller dänischen Einwohner. Den Löwenanteil stellt hier Seeland mit der Hauptstadt Kopenhagen. Die zweitwichtigste Stadt liegt aber auf Jütland: Århus.

Århus

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt zur bedeutendsten Jütlands, erstens durch das rasch wachsende Straßen- und Schienennetz, zweitens durch das Verschwinden von Schleswig, Holstein und Lauenburg aus dänischem Herrschaftsgebiet.
Århus kann in punkto Kultur mit Kopenhagen nicht nur mithalten. Besonders die Århuser Festwoche – dieses Jahr die ersten zehn Tage im September – bietet einen bunten Strauß aus Musik, Tanz, Theater und Festen. Und weil Århus seit 1930 eine Universität hat, gibt es auch abends noch Leben in der 265.000 Einwohner zählenden Stadt; besonders rund um den Dom.
Der "Grauballe-Mann" ist eine der berühmtesten Moorleichen überhaupt und eine der Attraktionen von Århus. Kurz nachdem man ihn 1952 ausgegraben hatte, wurde eine Altersbestimmung aus unerwartetem Grund nötig: Einige Zeitgenossen glaubten nämlich, in der Moorleiche einen ortsbekannten, kurz zuvor verschwundenen Säufer zu erkennen. Es bedurfte der Bemühung eines amerikanischen Chemie-Nobelpreisträgers, um dem Grauballe-Mann ein Alter von rund 1.700 Jahren zu bescheinigen.
Sehen kann man ihn im Moesgard-Museum auf dem gleichnamigen Gut in den Wäldern südlich von Århus, wo auch ein Freilichtmuseum mit Wikingerhäusern steht.
Apropos Freilichtmuseum: "Den gamle By", die "Alte Stadt" im Südteil des Botanischen Gartens lässt vergangene Jahrhunderte lebendig werden und ist vielleicht Århus' größte Attraktion. Kopfsteinpflaster und Kramladen, Zwiebäcke und Zuckerstangen - alles wie anno dazumal. Über 70 zum Abriss bestimmte alte Häuser wurden aus allen Landesteilen hierher transportiert und restauriert.

Der Dom zu Århus ist nicht nur die größte Kirche der Stadt; mit 93 Metern Länge und gleicher Höhe ist er auch die größte Dänemarks, denn Århus war bereits bei seiner ersten schriftlichen Erwähnung im Jahre 948 Bischofssitz. Der Dom wurde 1300 als romanischer Backsteinbau fertiggestellt, brannte aber schon dreißig Jahre später nieder. Erst Ende des 14. Jahrhunderts wurde der Wiederaufbau begonnen und 1500 fertiggestellt, diesmal im gotischen Stil. Er ist dem Patron der Seefahrer geweiht, St. Clemens. Wertvoll sind der Hochaltar des Lübeckers Bernt Notke, einem der bedeutendsten Maler und Bildhauer im Nordeuropa des 15. Jahrhunderts, und die barocken Grabmale des flämischen Bildhauers Thomas Quellinus.
Südlich der Stadt liegt das Weiße Palais von Marselisborg Slot, das dem dänischen Königshaus seit nahezu 100 Jahren als Sommerresidenz dient. Die Gärten sind während der königlichen Abwesenheit allgemein zugänglich.

Legoland

Die größte Touristenattraktion Jütlands aber - zumindest nach den Besucherzahlen - ist Legoland in Billund. Ein Kunstwort aus "leg godt" (spiel gut) bezeichnet die bunten Steine aus Acrylnitril-Butadien-Styrol, die sich in rund 189 Milliarden Exemplaren in den Kinderzimmern von über 130 Ländern der Erde finden und mit ihren Noppen-Röhren-Verbindungen eine ebenso einfache wie vielseitige Verwendung gestatten.
Der Tischler Ole Kirk Christiansen gründete das Unternehmen 1932; er stellte anfangs Holzspielzeug her. Das Prinzip der heutigen Steine kam bereits 1949 auf, und nach wie vor ist alles mit allem irgendwie kombinierbar (angeblich soll man sechs Achtnoppen-Steine auf 103 Millionen verschiedene Arten kombinieren können). Freizeitparks nach dem Vorbild Billunds gibt es inzwischen in Kalifornien, England und Deutschland, doch derjenige in Billund, 1968 eröffnet, ist nach wie vor der größte. Hier gibt es DUPLO Land, Imagination Zone, LEGOREDO Town, Adventure Land, Miniland, Pirate Land und Knights' Kingdom.

Das alles ist für Kinder hoch spannend und für Eltern zumindest mal "hyggelig", ein Wort, das über Dänemarks Grenzen hinaus bekannt wurde; das Online-Nachschlagewerk "Wikipedia" führt sogar einen langen Artikel zum Wort. Näherungsweise übersetzt mit "gemütlich", ist das Wort überall anzutreffen, weil Dänemark eben einfach hyggelig ist.

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