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Provence
Avignon
Die Stadt am linken Rhôneufer ist Sitz der Präfektur des Départements Vaucluse. Die charmante Altstadt und ihre prächtigen, mittelalterlichen Häuser werden von einer eindrucksvollen Befestigungsmauer umgeben.
Unsterblich wurde die Rhône-Brücke Pont St. Bénézet aus dem 12. Jahrhundert durch das Volkslied "Sur le pont d'Avignon". Erbaut 1171 bis 1185, musste sie mehrfach erneuert werden, und nach der Flut von 1660 blieben nur vier der ursprünglich 22 Bögen erhalten. Die Brücke, die nun mitten in der Rhone endet, zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe, ebenso wie der gotische Papstpalast aus dem 14. Jahrhundert, denn Avignon war seit Beginn des 14. bis Mitte des 15. Jahrhunderts Sitz des Papstes.
Seit 1947 findet jährlich in den drei letzten Juliwochen das Festival von Avignon statt mit zahlreichen Theater-, Tanz- und Gesangsvorführungen.
Gordes
...ist eine Stadt im Luberon im Département Vaucluse in der Provence im Süden Frankreichs.
Die kleine Stadt liegt an der Flanke eines Berges und wird gekrönt durch eine im 11. Jahrhundert erbaute und im 16. Jahrhundert erneuerte Burg. Besonders schön sind die engen Gassen zwischen hohen und schmalen Häusern. Gordes wurde in die Liste der schönsten Dörfer Frankreichs aufgenommen.
Der Ort liegt in unmittelbarer Nähe zum Zisterzienserkloster Sénanque. Das Umland gehört zum Weinbaugebiet Côtes du Ventoux.
Mont Ventoux
Der "windige Berg" ist mit 1.900 Metern die höchste Erhebung der Provence. Das ganz Jahr prahlt er mit einer weißen Krone, und schon oft war er den Fahrern der Tour de France ein Martyrium. Hier trainieren ständig Radsportler, die für ihre Qualen von einer Aussicht entschädigt werden, die bis zu den höchsten Alpengipfeln, zu den Pyrenäen, zum Meer bei Marseille und zu den Cevennen reicht; ja, bei gutem Wetter kann man fast ein Viertel Frankreichs überblicken.
Im Norden des Mont Ventoux liegt eine landschaftlich kaum berührte Region. Hier drängen noch keine Touristenmassen durch die kleinen Orte. Die Römer ließen sich schon sehr früh an dieser Stelle nieder, wovon die Ausgrabungen in Vaison la Romaine zeugen, und sie hinterließen ihre Spuren außerdem im gesamten Rhônetal. Berühmt ist zum Beispiel das römische Theater in Orange.
Aber nicht nur die alten Römer und ihre Hinterlassenschaften machen dieses Gebiet bekannt, auch der Wein aus der Region Ventoux hat einen guten Ruf.
Zum Süden hin schließt das Plateau de Vaucluse an. Hier dominieren Olivenbäume das Bild, aber auch andere landwirtschaftliche Güter werden angebaut. Sisteron bildet das östliche Tor zur Provence. Die Durance führt einen in südlicher Richtung zum Dorf Les Mées und zu den "Büßern" (Les Pénitents de Mées), einer eindrucksvollen Felsengruppe, die der Legende nach Mönche darstellt, die von nackten Mädchen in Versuchung geführt und darum in Stein verwandelt wurden. Hier ändert sich auch das Klima, es ist nicht mehr alpin, sondern lässt an der Vegetation die echte Provence erkennen. Dies ist ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungen der nördlichen Provence.
Apt
In Apt leben - im Sommer – 11.500 Einwohner, umgeben von vielen Obstplantagen und Rebflächen, die zum Gebiet der Côtes du Ventoux gehören. Die Stadt gilt als "Hauptstadt der kandierten Früchte", lebt aber auch von Lavendeldestillation, Trüffelverkauf und der Produktion von Farben aus Ocker. Berühmt ist der samstägliche Wochenmarkt, einer der größten und lebendigsten der Provence, wo kandierte Früchte, Lavendelhonig, Konfitüren, Ziegenkäse und anderes angeboten werden.
Auch kunsthistorisch hat die Stadt einiges zu bieten: Neben dem Musée archéologique, in dem ein Teil des Amphitheaters der ehemaligen Römerstadt Apta Iulia konserviert wurde, verdient vor allem die mitten in der Altstadt gelegene Ancienne cathédrale Ste-Anne einen Besuch. Der Bau stammt aus dem 12. Jh., wurde aber bis ins 18. Jh. hinein mehrfach verändert. Die Reliquien der heiligen Anna werden in der prächtig ausgestatteten Chapelle Ste-Anne (1660, auch Chapelle Royale genannt) im nördlichen Seitenschiff verehrt.
Die Stadt ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge zum Grand Luberón und Petit Luberón, deren Höhenzüge sich über 600 qkm und bis in Höhen von 1256 Metern erstrecken. Sportkletterer starten gern von Apt aus ihre Touren an den Kalksteinfelsen von Bouox.
Luberon
Man fragt sich: Was zieht die Menschen in die Region des Luberon? Ist es die Landschaft? Das Klima? Die Gelassenheit seiner Bewohner? Oder ist es der Eindruck eines Naturreservats, das seinesgleichen sucht? Schon seit jeher beliebt und ein Ort der Abwechslung ist dieses Tal mit seinen Bergkämmen entlang der heutigen Route Nationale 100 zwischen Coustellet und Forcalquier. Schloss Lacoste, einst Besitz der Familie de Sade, erinnert noch heute an den bekanntesten Vertreter des Geschlechts, an den Marquis, dessen Schriften den Begriff "Sadismus" ins Leben riefen. Die Ruine oberhalb des Dorfes ist heute in Privatbesitz. In jüngeren Tagen löste der britische Schriftsteller Peter Mayle, in Menerbes ansässig, einen wahren touristischen Run auf dieses Gebiet aus mit seinen humoristischen Büchern über das Leben der Provençalen heute.
Einen unwiderstehlichen Reiz üben die kleinen Orte aus, die häufig auf den Spitzen der Hügel thronen und das weite Tal zu bewachen scheinen.
Es ist herrlich, umweht von den starken Düften der provenzalischen Küche, durch die engen Gassen zu schlendern, die Märkte zu besuchen und natürlich die Farben der Provence auf sich wirken zu lassen.
All dies kann man hier erleben. Wobei nicht nur die ausgeschilderten Sehenswürdigkeiten wie die Abtei von Senanque oder der Colorado provençal oder die Ockerfelsen von Roussillon und die Bories bei Gordes einen Besuch wert sind. Es empfiehlt sich, auch abseits dieser Orte ein Stück zu wandern und die Natur zu erleben.
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