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Bretagne

Das Land vor dem Meer

Die Bretagne umfasst die Départements Côtes d'Armor, Finistère, Ille-et-Vilaine und Morbihan. Hauptstadt ist Rennes. Es gibt 1268 Städte in der Bretagne; Rennes mit ca. 245.000 Einwohnern ist die größte, Blérunais mit ca. 60 die kleinste. Fast jeder zweite Bretone ist Städter; allein in Nantes leben 80 Prozent aller Bewohner des Départements Loire-Atlantique, das zur Bretagne gehörte, bis es während des Zweiten Weltkrieges von der Vichy-Regierung willkürlich abgetrennt wurde.

Die größte Halbinsel Frankreichs ist der westlichste Ausläufer des französischen Festlands. Die Gallier nannten ihr Land "Aremorica": "Land vor dem Meer". Armor, eigentlich die bretonische Bezeichnung für Meer, meint auch die Inseln, das Watt und den breiten Küstenstreifen. Die Küste ist mit Hafenstädten gespickt. Wo keine sind, herrscht meist ein Seegang, der Surfer, Schwimmer, ja Schiffe an der Felsküste zermalmen würde, etwa am Pointe du Raz.

Die Bretagne besitzt eine sehr zerklüftete Küstenlinie (Länge: 1200 km, Luftlinie: 600 km), die besonders im Westen über weite Strecken als Steilküste ausgebildet ist. Am Cap Frehel ragen die Granitklippen über 70 Meter aus dem Atlantik heraus.
Das Waldland im Regionsinneren nennt der Bretone "Argoat". Die ursprünglichen dichten Waldgebiete sind heute weitgehend von Äckern und Grünland verdrängt worden, das durch Hecken und Steinmauern wie ein Schachbrett aufgeteilt wird. Die Landschaft ist hier eher hügelig; steile oder hohe Berge sucht man vergebens.

Die Sprache der Bretonen

Bretonen sind fünf Prozent des französischen Staatsvolks, etwa 2.918.000 Menschen. Bretonen keltischen Ursprungs leben vornehmlich in der unteren Bretagne; sie sprechen brezoneg (bretonisch). In der oberen Bretagne ist Französisch Umgangssprache. Nur noch rund eine halbe Millionen Bretonen verstehen heute Bretonisch, die Hälfte davon kann es noch sprechen; im Alltag tun dies aber noch weit weniger. Über zwei Drittel der Sprecher sind mittlerweile über 60 Jahre alt, der Anteil an Kindern dürfte unter fünf Prozent liegen. Die Mehrzahl der Sprecher sind Muttersprachler, allerdings verschiebt sich das Gewicht immer mehr in Richtung der vielleicht 30.000 Sprachaktivisten, die das Bretonische erst in der Schule oder noch später erlernt haben.

Tourismus und Küche

Im Sommer lebt die Bretagne stark vom Tourismus, der sich überwiegend an den Küsten abspielt. Trotz einiger staatlicher Versuche, die bretonische Industrie zu fördern, ist das Landesinnere überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Bekannt ist der Anbau von Artischocken, Blumenkohl und Frühkartoffeln, in den Côtes-d'Armor überwiegen Schweinezucht, Putenmast und Milchviehhaltung.
An der Küste spielt natürlich der Fischfang eine große Rolle, außerdem die Austernzucht: In Cancale werden sie auf 450 Hektar gezüchtet, im Golf von Morbihan gar auf 1500 Hektar. Die Austern aus Cancale gelten seit Jahrhunderten als die besten Frankreichs.
Die traditionelle bretonische Küche ist trotz ihrer Vielfalt an Fisch und Meeresfrüchten zuerst das Produkt einer alten Viehzüchter- und Bauernkultur. Neben Fleisch spielen vor allem Milchprodukte, Getreidebreie und Crêpes wichtige Rollen.

Klima

In der Bretagne herrscht ein ozeanisches Klima mit häufigem Westwind. An der Küste regnet es relativ wenig, abnehmend nach Südosten, auf den Höhenrücken können jedoch bis 1180 mm Niederschlag fallen. Nach der Côte d'Azur hat die Bretagne die mildesten Winter Frankreichs, aber auch die kühlsten Sommer. Im Januar ist es an der Küste durchschnittlich + 6 C mild.
Das Wetter in der Bretagne ist wechselhaft, Sonne und Regen folgen oft schnell aufeinander. Als schönste Reisezeit gilt der Herbst.
In der Vorsaison – Mai und Juni – ist es aber meistens schon angenehm warm, und die Campingplätze sind so gut wie leer; Unterkünfte sind problemlos zu bekommen. Die Strände hat man zu dieser Zeit beinah für sich allein, jedoch herrschen noch strenge Wassertemperaturen. Badeurlauber müssen also bis zur Hauptsaison warten.

Finistère

...ist das westlichste Département Frankreichs, daher der Name "Finis Terrae" (Ende der Welt); allerdings kehrt der ursprüngliche bretonische Name "Penn ar Bed" (Anfang der Welt) die Sichtweise gerade um.
Das Département erstreckt sich in etwa von Morlaix über Brest bis Quimperlé. Lange Sandstrände im Süden, kleine Buchten im Norden, eine wilde, schroffe Felsenküste mit sanften Heidelandschaften dahinter kennzeichnen die abwechslungsreiche Region.

Quimper

Hauptstadt des Départements ist Quimper ("Kemper" auf Bretonisch) mit knapp 70.000 Einwohnern. Kemper bedeutet im Bretonischen "Zusammenfluss", denn die Stadt wurde am Zusammenfluss von Frout, Steir und Odet erbaut. Quimper ist berühmt für seine Porzellan-Manufaktur, wo seit vier Jahrhunderten nach alter Tradition Fayencen vollständig per Hand geformt und verziert werden. Bei einer Besichtigung der Werkstätten kann man die sechs Arbeitsschritte verfolgen. Auch eine Besichtigung des Fayence-Museums mit Ausstellungsstücken aus vier Jahrhunderten lohnt.

Das Schleusenwärterhaus

Le Moustoir, ein ehemaliges Schleusenwärterhaus, liegt im Département Finistère etwa fünf Kilometer von Châteauneuf du Faou entfernt, der nächstgrößeren Ortschaft. Das Haus steht frei am lachsreichen Kanal von Nantes nach Brest, in dem sich auch baden lässt. Wie das Haus aussieht und was Sie in der Gegend noch unternehmen können, erfahren Sie in unserem heutigen Ferienhaustipp.

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